Sicherheitsgipfel soll das Westliga-Chaos lösen

Zu einer Krisensitzung der besonderen Art kommt es am Montagvormittag im Innsbrucker Hotel Hilton: Der große Sicherheitsgipfel der Regionalliga West.
Tabelle der Regionalliga West
Austria Salzburg macht Druck auf Wattens
Austria-Salzburg-Fans
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Hintergrund ist, dass sich nach der WSG Wattens (nach Verlustpunkten klarer Tabellenführer) immer mehr Vereine wehren, ihre Heimspiele gegen Westliga-Aufsteiger Austria Salzburg auszutragen. Aus Angst vor radikalen Fans der Gäste nehmen sie lieber eine 0:3-Strafverifizierung und Geldstrafe in Kauf.

“Wir haben einen einstimmigen Vorstandsbeschluss, dass wir im Heimspiel gegen Austria Salzburg am kommenden Samstag nicht antreten”, erklärte Wattens-Manager Robert Auer. “Die Sicherheitsauflagen würden uns 12.500 Euro kosten, das ist aber nicht das Problem, die würden wir übernehmen. Aber wir können und wollen nicht die Verantwortung dafür übernehmen, falls doch etwas passiert.”

Die Wattener sind nämlich gebrannte Kinder: Im Vorjahr kam es beim Cup-Spiel gegen Sturm Graz zu einem Platzsturm durch radikale Wacker-Innsbruck-Fans, die die Bühne für ihren Radau nutzen wollten. “Seit damals stehen wir beim ÖFB unter Bewährung”, erklärte Auer, für den vor dem Gipfel am Montag feststeht, nicht von seiner Linie abzuweichen. Inzwischen kursieren im Internet wieder Aufrufe, dass radikale Fans nach Wattens reisen sollen.

Die Salzburger wehren sich gegen diese Vorverurteilung auf ihrer Homepage und verweisen darauf, dass Wattens sogar ein bundesligataugliches Stadion besitze. “Die Beispielwirkung eines solchen Beschlusses ist unabsehbar”, erklärte Austria-Salzburg-Obmann Walter Windischbauer und fordert für die WSG Wattens hohe Strafen.

Hard und Höchst denken an Absage des Heimspiels

Inzwischen hat die Stadt Innsbruck ihren Clubs Union und Reichenau die Durchführung des Spieles gegen Salzburg auf ihren Anlagen untersagt. In Vorarlberg denken Hard und Höchst über eine Absage des Heimspieles nach.

Unter Vorsitz des Tiroler Landespräsidenten Josef Geisler, im Hauptberuf Strafrichter am Landesgericht Innsbruck, soll nun am Montag ein Ausweg aus der vertrackten Situation gefunden werden. Anwesend bei diesem Gipfel werden nicht nur die drei Landespräsidenten aus Tirol, Vorarlberg und Salzburg sein, sondern auch Behördenvertreter der Polizei, Bezirkshauptmannschaft und Gemeinde Wattens. Auch der ÖFB schickt einen Rechtsvertreter und den Fanbeauftragten ebenso wie das Bundesministerium für Inneres.

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