Sicherheit als Hindernis: Der neue Alltag auf dem Oktoberfest

Durch den neuen Sicherheitsring rund um die Theresienwiese bei München hat sich für Oktoberfestgäste einiges verändert. Das gilt auch für die Oktoberfest-Wirte.
Sperren am Oktoberfest
Bilder vom Oktoberfest

Am neuen Sicherheitsring  kommen selbst die Festwirte nicht so einfach vorbei. Sperren, Staus, Kontrollen – Hippodrom-Wirt Sepp Krätz hat es am Montagmorgen am Bavariaring schließlich aufgegeben und ist zu Fuß in sein Zelt marschiert.

Mit dem Auto auf die Wiesn zu gelangen, ist seit gestern selbst für die Wirte eine Herausforderung. Früher konnten sie ganz selbstverständlich ihre Parklizenz zücken und fast direkt vors Zelt fahren. Vorbei.

Wie Ochsenbraterei-Wirtin Antje Schneider ging es am Montag allen Wirten: Sie haben doppelt und drei Mal so lang gebraucht, mussten zig Kontrollen passieren, ihre Kofferräume und Taschen inspizieren lassen. Antje Schneider nimmt’s gelassen. „Es hat eineinhalb Stunden gedauert – aber die Polizisten waren wahnsinnig nett.“ – „San’S a Wiesn-Bedienung?“, hätten die Beamten gefragt. „Net ganz.“ – „San’S gar a Wirtin? Na dann fahren’S durch und schauen’S, dass Sie in Ihr Zelt kommen.“ Schneider versteht das Sicherheitsaufgebot. „Die Polizei muss ja auf die Drohungen reagieren.“

Die Gäste lassen sich bislang nicht verunsichern. „Wir haben keinen einzigen Reservierungsstorno“, heißt es unisono von den Wirten. „An manchen Tischen kommen allerdings ein, zwei Leute weniger, weil sie sich nicht mehr auf die Wiesn trauen“, sagt Wiggerl Hagn. Montag Vormittag war in seinem Löwenbräu-Zelt kurz das Blaukraut ausgegangen, weil der Lieferant nicht durchgekommen war. Hagn hat sich eine Ladung Kraut von Bräurosl-Wirt Georg Heide geliehen. Ansonsten gab es keine Engpässe. Die Wirte mussten bereits am Wochenende Namen und Geburtsdaten ihrer Lieferanten durchgeben.

Auch Erzbischof Reinhard Marx , der Montag Mittag im Hackerzelt seine Mass genoss, lässt sich die Stimmung nicht verderben: „Eine Absage meines Wiesn-Besuchs stand nicht zur Diskussion. Ich fühle mich sicher. Und ich finde, wir sollten uns in unserer Art zu leben nicht von gemeinen Drohungen stören lassen.“

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