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Sharon will Korei nächste Woche treffen

Nach der Vereidigung des palästinensischen Kabinetts soll es schon in der nächsten Woche ein Gipfeltreffen mit Israel geben.

Der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon werde den palästinensischen Regierungschef Ahmed Korei vermutlich in den kommenden zehn Tage treffen, sagte am Donnerstag der israelische Außenminister Silvan Shalom. China kündigte unterdessen für Dezember einen Nahost-Gipfel der Vereinten Nationen an.

Sharon will nach Berichten israelischer Medien vermutlich im Anschluss an seine für Anfang kommender Woche geplante Italien-Reise mit Korei zusammenkommen. Sharons Sprecher Raanan Gissin bestätigte, dass beide Seite über ein Treffen verhandelten. Ein Termin stehe noch nicht fest. Der palästinensische Chefunterhändler Saeb Erekat erklärte, die Palästinenser hätten Israel eine Wiederaufnahme der Verhandlungen angeboten.

Mit der Kabinettsbildung ging am Mittwoch ein wochenlanger Machtkampf zwischen Präsident Yasser Arafat und Korei zu Ende. Die Vereidigung der neuen Regierung galt als Schlüssel für neue Verhandlungen mit Israel.

Israel wies am Donnerstag zum zweiten Mal in dieser Woche einen Palästinenser aus dem Westjordanland aus und brachte ihn in den Gazastreifen. Der Mann sei dort am Morgen angekommen, hieß es von palästinensischer Seite. Er gehört nach israelischen Angaben nicht zu den 18 Palästinensern, die einen Ausweisungsbefehl erhalten haben. Er habe sich vielmehr bereit erklärt, zwei Jahre im Gazastreifen zu verbringen, um israelischer Haft zu entgehen.

Erst am Montag hatte Israel einen Palästinenser vom Westjordanland in den Gazastreifen gebracht. Ihm wurde vorgeworfen, an Angriffen auf Israelis beteiligt gewesen zu sein.

Ein UNO-Gipfel zur Lage im Nahen Osten soll nach Angaben des chinesischen Außenministeriums vom 16. bis 18. Dezember in Peking stattfinden. Dazu werden mehr als 200 Teilnehmer aus aller Welt erwartet. Im Mittelpunkt des Treffens sollten Beratungen über „die friedliche Lösung der palästinensischen Frage“ stehen, sagte Außenamtssprecher Liu Jianchao.

In New York legte Israel am Mittwoch den Entwurf für eine UNO-Resolution zum Schutz israelischer Kinder vor Terroranschlägen vor. Der israelische UNO-Botschafter Dan Gillerman brachte das Dokument im zuständigen Ausschuss der Vollversammlung ein. Dieser hatte in der vergangenen Woche einen ähnlichen Resolutionsentwurf angenommen, in dem das Leid palästinensischer Kinder in Folge des Nahost-Konflikts angeprangert wird.

Gillerman bezeichnete die Abstimmung über die Resolution als Test für die Fairness der UNO-Vollversammlung, die jedes Jahr rund zwei Dutzend Resolutionen annehme, in denen Israel verurteilt wird. Bei dem israelischen Entwurf handelt es sich um die erste Resolution, die das Land seit 1976 eingebracht hat. Gillerman sagte, die Entschließung solle sicherstellen, dass „israelische Kinder, neben palästinensischen Kindern und den Kindern weltweit, den gleichen gebührenden Schutz erhalten“. Die Palästinenser bezeichneten den Text als inakzeptabel.

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