Sharon verteidigt Gaza-Rückzugsplan

Zum Auftakt der Parlamentsdebatte über seinen Rückzugsplan für den Gaza-Streifen hat der israelische Ministerpräsident Ariel Sharon sein Vorhaben mit Nachdruck verteidigt.

Der Plan solle nicht an die Stelle von Friedensverhandlungen mit den Palästinensern treten, sagte er am Montag vor den Abgeordneten der Knesset. Zugleich betonte er: „Wir können nicht ewig über Millionen von Palästinensern regieren, die sich mit jeder Generation in ihrer Zahl verdoppeln.“ Als „demokratischer Staat“ könne Israel eine solche Situation nicht länger unterstützen. Während seiner Rede wurde Sharon mehrfach von Gegnern seines Gaza-Rückzugsplans unterbrochen.

Parlamentspräsident Reuven Rivlin hatte die Debatte am Nachmittag eröffnet. Zu Beginn seiner Rede betonte Sharon, er sei entschlossen, die Trennung von Israelis und Palästinensern umzusetzen. Er sei überzeugt, dass dieser Schritt Israel stärken werde. Trotzdem sei diese Entscheidung die schwierigste seines Lebens. Die Debatte wird voraussichtlich bis in die Nacht dauern. Mit der Abstimmung wird am Dienstag gerechnet. Sharons heftig umstrittener Rückzugsplan sieht vor, bis September 2005 alle jüdischen Siedlungen im Gaza-Streifen sowie vier weitere im Westjordanland zu räumen.

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