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Sexueller Missbrauch bei Party: Mann aus NÖ zu 20 Monaten Haft verurteilt

Prozess in Wiener Neustadt.
Prozess in Wiener Neustadt. ©APA/Sujet
Wegen sexuellen Missbrauchs einer wehrlosen bzw. psychisch beeinträchtigten Person ist am Dienstag am Landesgericht Wiener Neustadt ein 53-jähriger Niederösterreicher zu einer unbedingten Haftstrafe von 20 Monaten verurteilt worden.

Mit dem schwerwiegenden Vorwurf sah sich der Mann nach einer durchzechten Nacht im Hause eines Freundes konfrontiert. Ein weiblicher Party-Gast beschuldigte ihn, dass er sich – als sie auf einer Couch ihren Rausch ausschlief – an ihr vergangen haben soll.

Der Prozess wurde großteils unter Ausschluss der Öffentlichkeit geführt. Die Einvernahme des Angeklagten ebenso wie die Vorführung der auf Video aufgezeichneten Aussage des Opfers fanden hinter verschlossenen Türen statt. In der Urteilsbegründung erklärte der Richter: “Es gibt keine Anhaltspunkte, warum die Angaben des Opfers nicht stimmen sollten. Die Aussagen der Frau waren sehr plausibel, sehr glaubwürdig.” Er könne sich nicht vorstellen, warum eine Frau einen derartigen, in die sexuelle Privatsphäre eingreifenden Behörden-Spießroutenlauf unternehmen sollte, wenn die Anschuldigungen nicht Hand und Fuß hätten: “Welches Motiv sollte die Frau haben, um sie derartig schwer zu belasten?”, fragte der Richter.

Frau auf Party missbraucht: Urteil nichts rechtskräftig

Der Angeklagte jedenfalls unterstellte der Anzeigerin finanzielle Motive. Seiner Version zufolge habe die Frau zunächst bei seinen sexuellen Avancen mitgemacht, bis sie dann zu seiner Überraschung plötzlich ablehnend reagiert habe. “Es bestehen keine Zweifel an Ihrer Täterschaft”, erklärte der Richter und verurteilte den Angeklagten auch zur Zahlung von 1.000 Euro Schmerzensgeld.

Der leugnende Angeklagte meldete sofort Berufung und Nichtigkeitsbeschwerde ein. Das Urteil ist somit nicht rechtskräftig.

(APA)

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