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Sexistisches Transparent bei Rapid-Spiel: Peschek sieht keinen Skandal

Christoph Peschek sieht in dem Transparent keinen Skandal.
Christoph Peschek sieht in dem Transparent keinen Skandal. ©PA/HANS PUNZ
Am Sonntag wurde vor Beginn des Geisterspiels von Rapid Wien gegen Hartberg ein sexistisches Transparent aufgehängt. Christoph Peschek sieht darin keinen Skandal.

Rapid-Fans sorgen bei Fußball-Bundesliga-Partien selbst dann für Aufregung, wenn sie gar nicht im Stadion sind. Bei der "Block West"-Tribüne im Allianz Stadion wurde am Sonntag rund drei Stunden vor dem Beginn des Geisterspiels gegen Hartberg ein Transparent mit frauenfeindlichem Inhalt angebracht, das schließlich etwa 15 Minuten vor Anpfiff abgehängt wurde.

Peschek: "Ich sehe keinen Skandal"

Wirtschafts-Geschäftsführer Christoph Peschek unternahm nach dem Match den Versuch einer Rechtfertigung für die Botschaft der organisierten Fanszene. "Demokratie und Meinungsfreiheit enden nicht an den Stadiontoren, daher ist es grundsätzlich so, dass Transparente zugelassen werden, so sie nicht strafrechtlich relevant sind", sagte Peschek im Sky-Interview und meinte außerdem mit Hinweis auf die Entfernung des Spruchbandes: "Ich sehe keinen Skandal. Das Thema wurde noch vor Spielbeginn gelöst."

Ähnlich äußerte sich Sport-Geschäftsführer Zoran Barisic. "Das ist nicht in unserem Sinne, aber strafrechtlich nicht verfolgbar. Aber es ist natürlich eine sehr derbe Metapher. Weder Sexismus noch Homophobie oder Rechtsradikalismus ist zu tolerieren. Das entspricht nicht unserem Leitbild, wir distanzieren uns davon."

Auch Trainer Dietmar Kühbauer gab seine Meinung zu dieser Angelegenheit ab. "Dieses Transparent hat definitiv nichts verloren in einem Fußballstadion. Ich kann diese Aktion nicht verstehen. So leid es mir für die Rapid-Fans tut, aber glaub nicht, dass das das Beste ist, dass man mit diesen Worten etwas beschreibt."

Rapid entschuldigte sich für sexistisches Fan-Transparent

Rapid hat sich am Montag für das laut Aussendung "geschmacklose" Fan-Transparent entschuldigt, das vor dem Heimspiel stundenlang auf der Tribüne des "Block West" des Allianz Stadions angebracht war. "Der Inhalt des Banners widerspricht dem Leitbild des SK Rapid. Wir bedauern, dass dieser sexistische Spruch den Weg in die Öffentlichkeit gefunden hat", hieß es in der Mitteilung.

Außerdem schrieben die Hütteldorfer: "Mit unseren Fans eint uns die Ablehnung von Fußball-Spielen ohne Zuschauer und das Verständnis des Protestes gegen diese - derzeit allerdings aus Gründen gegebene - Beschränkung. Im konkreten Fall aber wurde diese Kritik in einer Art und Weise geäußert, die mit den in unserem Leitbild festgeschriebenen Werten, für die unser Verein steht, in keiner Weise vereinbar ist."

Man wolle den Fans grundsätzlich die Möglichkeit der Meinungsäußerung im Stadion geben, "in diesem Fall ist die gewählte Wortwahl allerdings nicht zu akzeptieren und wurde das Transparent nach interner Kommunikation mit allen Beteiligten und dem an diesem Spieltag relativ spätem Eintreffen der Geschäftsführung im Stadion vor Spielbeginn auch abgenommen." Abschließend wurde betont, dass "Sexismus, Diskriminierung und Rassismus von unserem Verein absolut abgelehnt werden".

Liga forderte Stellungnahme

Die Fußball-Bundesliga hat Rapid nach dem sexistischen Transparent zu einer Stellungnahme aufgefordert. Eine Anzeige erfolge derzeit aber nicht, teilte die Liga am Montagnachmittag in einer Stellungnahme gegenüber der APA mit.

Als Grund dafür nannte die Liga einen seit Herbst mit dem ÖFB laufenden Evaluierungsprozess zu diskriminierenden Vorfällen und dem Umgang mit diesen - auch auf Basis des seit Juli 2019 bei UEFA-Spielen zur Anwendung kommenden Drei-Stufen-Plans. "Dabei ist es wichtig, gemeinsam mit allen am Fußball Beteiligten ab der neuen Saison nachhaltig Veränderungen herbeizuführen", schrieb die Bundesliga.

Vom "geschmacklosen Transparent im SCR-Fansektor" distanzierte sich die Liga in ihrer Mitteilung allerdings in aller Deutlichkeit. "Wir bekennen uns zu Werten wie Toleranz, Vielfalt und Offenheit und sind stolz darauf, dass der Fußball jeden Tag einen wichtigen Beitrag zur Gesundheit, zur Integration und zum Zusammenhalt liefert", hieß es. "Leider kommt es aber auch zu Vorfällen, von denen jeder einer zu viel ist."

(APA/Red)

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