Serie von brutalen Supermarktüberfällen in Niederösterreich geklärt

Nach der Festnahme der Verdächtigen bittet die Polizei um weitere Hinweise.
Nach der Festnahme der Verdächtigen bittet die Polizei um weitere Hinweise. ©LPD NÖ
Bei ihren Raubüberfällen auf Supermärkte in Niederösterreich ging eine Bande aus Lithauen immer nach dem gleichen Muster vor: Kurz vor Ladenschluss betraten sie die Geschäfte, fesselten das Personal und räumten den Tresor aus. Bei ihrem letzten Coup in Stockerau kam es jedoch zur Festnahme.
Bilder von Beute, Tätern und Waffen

Bereits seit Anfang Juni ist das das Landeskriminalamt Niederösterreich den Tätern auf der Spur. Im Zuge der Ermittlungen zeigte sich, dass die Täter bei ihren Überfällen immer auf die gleiche Art und Weise vorgingen: Kurz vor Geschäftsschluss betraten sie den Supermarkt, warteten bis sich keine anderen Kunden mehr im Geschäft aufhielten und bedrohten die Angestellten mit Faustfeuerwaffen. Anschließend drängten sie die Mitarbeiter “auf äußerst brutale Art und Weise in den Aufenthalts- bzw. Büroraum und fesselten das Personal mit Kabelbindern an Händen und Füßen. Danach wurden die Opfer auf dem Boden abgelegt bzw. mussten sich hinknien, wobei ihnen teilweise die Pistolen gegen den Hinterkopf gedrückt wurden”, so die Polizei. Die Täter waren nicht maskiert und sprachen gebrochen Englisch.

Supermarkträuber in NÖ gingen brutal vor

Anschließend haben die Täter die Tresore aufgebrochen und flüchteten mit Bargeld. In zwei Fällen raubten die Täter auch die Fahrzeuge von Angestellten und verwendeten diese als Fluchtfahrzeuge.

Die Opfer wurden bei den Überfällen teilweise durch Abschürfungen der Fesseln verletzt und mussten aufgrund der brutalen Vorgehensweise der Täter auch psychologisch betreut werden.

Festnahme nach Coup in Stockerau

Die Täter sollen die Supermärkte jeweils einige Tage vor den Überfällen ausgekundschaftet haben, um über die Begebenheiten und Abläufe in den jeweiligen Geschäften informiert zu sein. So auch vor dem Überfall, den sie am 19. Juli in Stockerau begangen haben.

Kurz nach dem Überfall hielt die Polizei Wohnmobil an. Im Fahrzeug befanden sich vier litauische Staatsbürger im Alter von 20 bis 26 Jahren, die einen “nervösen Eindruck” machten. Die Männer wurden später von den Opfern identifiziert. Im Wohnmobil fanden die Ermittler unter einem doppelten Boden die gesamte Raubbeute.

Die Polizei bittet um Hinweise

Insgesamt vier Raubüberfälle wurden den Beschuldigten nachgewiesen. Dabei soll ein Schaden von ca. 75.000 Euro entstanden sein. Die umfangreichen Ermittlungen, sowie Einvernahmen der Verdächtigen in Zusammenhang mit ähnlich gelagerten Gewaltdelikten im Bundesgebiet und dem benachbarten Ausland dauern noch an, heißt es von der Polizei.

Hinweise über den Aufenthalt der Personen und den Campingbus im österreichischen Bundesgebiet in den letzten Monaten werden an das Landeskriminalamt Niederösterreich unter Tel. 059133/ 30-3333 erbeten. Die Hinweise werden vertraulich behandelt.

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