Serbische Demonstration in Wien von Polizei aufgelöst

Die Wiener Polizei hat am Sonntagabend eine serbische Demonstration gegen die Unabhängigkeit des Kosovo gegen 18.30 Uhr aufgelöst.

Spezialeinheiten der Exekutive gelang es, die rund 100 verbliebenen gewaltbereiten Demonstranten in vier Gruppen zu spalten. Es kam zu Handgreiflichkeiten, Festnahmen und Identitätsfeststellungen. Zuvor hatte es in der Nähe des Europaplatzes auf der Mariahilferstraße heftige Schlägereien zwischen jugendlichen Serben und Kosovo-Albanern gegeben. Die Veranstalter distanzierten sich von den Vorfällen.

Die Situation in der Mariahilferstraße eskalierte, nachdem einige – offenbar kosovarische – Burschen aus einigen Lokalen gekommen waren und “Kosova, Kosova” skandiert hatten. In Folge kam es zu Schlägereien. Es wurde auch eine albanische Fahne verbrannt. Im Verlauf der gesamten Demo gab es sowohl unter den Demonstranten als auch der Exekutive Verletzte. So mussten mindestens zwei Polizisten verarztet werden.

Während der Großteil der Demonstranten ihre Aktivitäten bereits beendet hatten, kam es sowohl bei der Ottakringer Straße als auch im Bereich Mariahilfer Straße/Thaliastraße und Westbahnhof zu Zwischenfällen. Zuvor hatten mehrere tausend Serben – die Angaben von Polizei und Veranstaltern schwankten zwischen fünf- und zehntausend – vorwiegend friedlich am Heldenplatz demonstriert.

Dann ging eine kleinere Gruppe in Richtung Boltzmanngasse zur US-Botschaft, die von der Polizei jedoch abgeriegelt wurde. In Folge gab es in Wien-Ottakring Randalen, wobei auch die Fensterscheiben eines Espressos zu Bruch gingen. In der Ottakringer Straße befinden sich mehrere Lokale, die vorwiegend von Serben, Kroaten oder Kosovo-Albanern frequentiert werden. Offenbar wollten einige Demonstranten auch zur albanischen Botschaft in der Prinz-Eugen-Straße weiterziehen.

Die Initiatoren und Veranstalter der Kundgebung distanzierten sich am Abend von den gewaltsamen Vorfälle “auf das Schärfste”, wie Darko Miloradovic von der “Serbischen Gemeinschaft” gegenüber der APA betonte. Es seien kleinere Gruppen von Jugendlichen gewesen, die eine an sich friedliche Veranstaltung für “Recht und Gerechtigkeit” eskalieren hätten lassen. Miloradovic bedauerte auch, dass es verletzte Polizisten gegeben habe. “Wir danken der Polizei für ihren Einsatz.”

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