Serbische Demo in Wien: Kaum Teilnehmer, aber viel Polizei

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Die Ausschreitungen vom vergangenen Sonntag hatten die Alarmsirenen schrillen lassen, am Donnerstag war die Wiener Exekutive entsprechend gewappnet.

Schließlich war wieder eine serbische Demonstration gegen die Unabhängigkeit des Kosovo angemeldet worden. Letztlich bot sich gegen 19.00 Uhr im Bereich Heldenplatz/Ballhausplatz in der Inneren Stadt ein groteskes Bild: Rund 15 Demonstranten standen Hunderte Polizisten gegenüber.

Die von der “österreichisch-serbischen Solidaritätsbewegung” organisierte Kundgebung verlief unter diesen Umständen absolut friedlich, sie trug den Titel “Begräbnis der österreichischen Neutralität”. Selbst die Anzahl der anwesenden Journalisten und Fotografen überstieg jene der Demonstrationswilligen bei weitem. Die Arbeit der Presse verlief derart ebenfalls skurril: Neun Personen, die brennende Kerzen in der Hand hielten, mutierten zu den absoluten “Medienstars”. Sie wurden von “zig” Kamerateams und Fotografen aufgenommen.

Die Sicherheitsvorkehrungen waren enorm. Hunderte Polizisten und Kräfte von Sondereinheiten waren im Einsatz. Es gab umfassende Absperrungen. Die Innenstadt im Bereich Hofburg und Ballhausplatz war hermetisch abgeriegelt. Ein Zugang war nur vom Ring her möglich.

Bei der Polizei hatte nach den Ereignissen am Sonntag “höchste Alarmstufe” geherrscht. Nach der Demo am Heldenplatz, bei der etwa 8.000 Menschen dabei gewesen waren, kam es zu Ausschreitungen serbischer Jugendlicher. Seither sei die Polizei “auf alles vorbereitet” gewesen, hieß es aus Polizeikreisen gegenüber der APA.

Bundespräsident Heinz Fischer hatte am Mittwoch Grünes Licht für die Anerkennung des Kosovo durch Österreich gegeben. Fischer erteilte Außenministerin Ursula Plassnik (V) die offizielle Ermächtigung, alle nötigen Schritte zur Anerkennung des Kosovo zu setzen. Am Donnerstag unterzeichnete Plassnik die Anerkennungspapiere, wie Außenamts-Sprecher Peter Launsky-Tieffenthal auf APA-Anfrage bestätigte.

In Kraft trete die Anerkennung durch die physische Übergabe der Dokumente an die Behörden in Pristina (Prishtina). Die Übergabe und damit der letzte formale Akt im Anerkennungsprocedere werde höchstwahrscheinlich Anfang kommender Woche erfolgen.

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