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Serbisch-orthodoxe Gemeinde: 150-jähriges Bestehen in Wien

Der neue serbisch-orthodoxe Patriarch Irinej plant wahrscheinlich, anlässlich des Jubiläums im Juni oder Juli diesen Jahres nach Wien zu kommen.
Die Geschichte der orthodoxen Serben in Wien geht ins 18. Jahrhundert zurück, als sich erstmals größere Gruppen von ihnen in der Stadt niederließen. 1723 erhielt die orthodoxe Kirchengemeinde mit einem kaiserlichen Dekret das Recht, eine Kirche zu errichten, nachdem sie ihre Gottesdienste in einem privaten Haus abgehalten hatte. Die Kirchengemeinde nannte sich nach dem heiligen Georg. 1802 gelang es, das Gasthaus “Küss den Pfennig” zwischen Griechengasse und Hafnersteig in der Wiener Innenstadt zu erwerben und an dessen Stelle eine Kirche zu errichten.

Allerdings kam es zur Spaltung: Serben, Griechen, Aromunen und andere orthodoxe Christen, die österreichische Staatsbürger waren, gründeten in unmittelbarer Nähe zur Georgs-Kirche die Kirchengemeinde zur heiligen Dreifaltigkeit am Fleischmarkt. In der neuen Gemeinde wurden die Gottesdienste auf Griechisch, Serbisch und Rumänisch abgehalten, während die frühere Gemeinde zum heiligen Georg zu einer rein griechischen Kirchengemeinde wurde.

1860 erhielten die Serben die Zusicherung, eine eigene Gemeinde zu bilden.

Nach einem weiteren Sprachenstreit erhielten die Serben 1860 schließlich die Zusicherung von Kaiser Franz Joseph I., eine eigene Gemeinde – zum heiligen Sava – zu bilden. Ihre Kirche in der Veithgasse in Wien-Landstraße wurde aber erst 1893 geweiht. 1974 wurde für die wachsende Zahl an Zuwanderern zusätzlich ein Pfarr-, Sozial- und Kulturzentrum mit Kirchenraum in Wien-Hernals geschaffen. In Wien-Leopoldstadt gibt es seit ein paar Jahren eine weitere Kirche.

Heute leben in Wien an die 200.000 Angehörige der serbisch-orthodoxen Kirche, in ganz Österreich sind es laut den Angaben des Bischofsvikariats an die 400.000. Insgesamt sind 19 serbisch-orthodoxe Priester in Österreich tätig. Gotteshäuser gibt es in Wien, Wiener Neustadt, St. Pölten, Tulln, Linz, Gmunden, Salzburg, Graz, Klagenfurt, Innsbruck, Kufstein, Saalfelden und Bregenz.

Erst nach Wiedererrichtung des Königreichs Serbien wanderte das geistliche Zentrum wieder auf serbischen Boden zurück.
 
Zeitweise hatte sich das Zentrum der serbisch-orthodoxen Kirche im Habsburger-Reich befunden in Karlowitz (Sremski Karlovci) in der heutigen Vojvodina: 1689/90, wagten die Serben zum wiederholten Mal einen Aufstand gegen die osmanische Herrschaft, als die Habsburger gerade die Türken aus Ungarn vertrieben. Als sich jedoch die Kaiserlichen zurückziehen mussten, folgte ihnen im Zuge der sogenannten Seobe (Wanderungen) auch über eine halbe Million Serben unter Patriarch Arsenije III. nach Südungarn, um Vergeltungsmaßnahmen für die Erhebung zu entgehen. Erst nach Wiedererrichtung des Königreichs Serbien wanderte das geistliche Zentrum wieder auf serbischen Boden zurück.
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