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Serbenvertreter befürchtet Nachteile

Der Chef des Verbandes der Serben in Schweden, Nikola Janic, befürchtet nach der Veröffentlichung des Namens des Mord-verdächtigen im Fall Anna Lindh Nachteile für seine Landsleute.

Davor war bekannt geworden, dass es sich bei dem am Mittwoch festgenommenen 24-Jährigen um einen serbischstämmigen Mann handelt. Die Zeitung „Dagens Nyheter“ veröffentlichte sowohl den vollen Namen als auch ein Foto des Verdächtigen. „Ich befürchte, dass es für Serben schwieriger werden könnte, Arbeit in Schweden zu bekommen“, sagte Janic am Freitag.

Er befürchte auch Übergriffe gegen Serben auf der Straße und in Lokalen. Der Name des Verdächtigen sei ein typisch serbischer Nachname. In Schweden leben rund 80.000 Serben und Serbischstämmige, ein Teil davon mit schwedischer Staatsbürgerschaft. Der Chefredakteur von „Dagens Nyheter“, Jan Wifstrand, rechtfertigte in einem Online-Artikel am Freitagabend die Veröffentlichung von Namen und Foto des Verdächtigen mit dem außergewöhnlich großen nationalen und internationalen Interesse an dem Fall.

Der Kriminologe Leif Persson widersprach Janic hinsichtlich der Gefährdung serbischer Mitbürger und verwies darauf, dass es sich bei dem Mordverdächtigen um einen gebürtigen Schweden handelt. Gewöhnliche Leute verknüpften den Fall vielmehr mit Anpassungsschwierigkeiten in einem neuen Land und mit Mängeln in der psychologischen Vorsorge sowie in der Jugendbetreuung, meinte Persson laut „Dagens Nyheter“.

In Serbien rief die Nachricht, dass es sich bei dem Mordverdächtigen um einen Mann mit serbischem Hintergrund handelt, unterdessen großes Medienecho hervor. Das Belgrader Blatt „Blic“ etwa titelte am Freitag groß mit der Zeile „Serbe ermordete Anna Lindh“ und widmete dem Thema insgesamt vier Artikel. Unter anderem interviewte „Blic“ den Großvater des Verdächtigen und gab den Wohnort des Großvaters – ein Dorf in der Nähe von Mladenovac – bekannt.

Auch die zweite große Belgrader Boulevardzeitung „Vecernje Novosti“ und die Tageszeitung „Politika“ berichteten ausführlich über die zweite Festnahme im Mordfall Anna Lindh.

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