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Seltener Vogel aus der sibirischen Taiga vor dem NHM Wien gesichtet

Der Vogel wurde am Montag vor dem NHM wien gesichtet.
Der Vogel wurde am Montag vor dem NHM wien gesichtet. ©Leander Khil
Eine seltene Vogelart hat sich auf den Weg nach Wien gemacht und wurde vor dem Naturhistorischen Museum Wien beobachtet. Der Goldhähnchen-Laubsänger wurde am Montag auf der Grünfläche des Museums entdeckt.

Am Montagmorgen kam es vor dem NHM Wien zu einer sehr ungewöhnlichen Sichtung. BirdLife-Ornithologe Christoph Roland entdeckte kurz vor einer Museumsführung den Gast aus der sibirischen Taiga, den Goldhähnchen-Laubsänger (wissenschaftlicher Name: Phylloscopus proregulus).

Ein glücklicher Zufall, denn seit dem 21. Jänner 2019 ist das Naturhistorische Museum Wien zum Mekka der Birdwatcher geworden. Bisher lag in Österreich erst ein anerkannter Nachweis dieses mittel- und ostasiatischen Singvogels vor, diese Sichtung war bereits 2004 im Oberösterreichischen Almtal.

Seltene Vogel-Sichtung vor dem NHM Wien

Den ganzen Tag blieb der 9 cm-Winzling in den Kiefern zwischen Kunst- und Naturhistorischem Museum und konnte von vielen Vogelbeobachtern (aber auch vorbeigehenden Wienerinnen und Wienern sowie Touristen) bestaunt werden, auch am darauffolgenden 22. Jänner 2019 wurde er von vielen Menschen mit Ferngläsern beobachtet und fotografiert.

Der Vogel weist zahlreiche Ähnlichkeiten mit heimischen Goldhähnchen. Sie charakterisieren ein auffallend gelber Überaugenstreif, zwei hellgelbe Flügelbinden und ein markanter gelblichweißer Bürzel. Die rastlose Nahrungssuche in den Baumkronen nach kleinen Insekten und deren Larven ist typisch für die Art, immer wieder rüttelt der Vogel dabei wie ein Kolibri. Das Brutgebiet des Goldhähnchen-Laubsänger liegt in der Nadelwaldtaiga Zentral- und Ostsibiriens.

2004: Erste und bisher einzige Sichtung des Vogels in Österreich

Der Zugvogel überwintert in Südostasien. Im küstennahen nördlichen Mitteleuropa und in Westeuropa wird der Goldhähnchen-Laubsänger als “Irrgast” fast alljährlich v.a. im Herbst beobachtet. Im mitteleuropäischen Binnenland ist die Vogelart dagegen viel seltener und unregelmäßiger im Auftreten.

Die Sichtung muss erst durch die Avifaunistische Kommission (AFK) bestätigt werden, wie Hans-Martin Berg, Sammlungsmanager der Vogelsammlung im NHM Wien und Vorsitzender der AFK erläutert: “Eine ausreichende Dokumentation, wie sie im aktuellen Fall durch viele Bildbelege vorliegt, ist entscheidend, um derartige Nachweise für wissenschaftliche Auswertungen verwenden zu können,” so Berg. “Das gesicherte Wissen um das Auftreten seltener Vogelarten kann durchaus zu unserem Verständnis über Veränderungen in unserer Vogelwelt und den Ursachen dafür, wie Klimawandel oder Lebensraumveränderungen, beitragen.”

(Red)

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