Selenskyj: Verhandlungen mit Russland sind schwierig

Ukraine und Russland verhandeln seit Wochen um den Frieden.
Ukraine und Russland verhandeln seit Wochen um den Frieden. ©Ukrainian Presidential Press Office via AP
Der ukrainische Präsident Wolodymir Selenkskyj bezeichnete die Friedensgespräche mit Russland zur Beendigung des Kriegs als schwierig, dennoch gäbe es kleine Fortschritte.

Präsident Selenskyj pochte weiter auf Verhandlungen mit Russland. Vertreter seines Landes würden praktisch jeden Tag mit der russischen Seite verhandeln. "Es ist sehr schwierig, manchmal konfrontativ." Trotzdem zeigte er sich zuversichtlich: "Schritt für Schritt kommen wir voran." Allerdings gehen beide Seiten davon aus, dass eine Einigung in weiter Ferne liegt. Deutschlands Bundeskanzler Olaf Scholz hatte am Dienstagabend darauf verwiesen, dass Selenskyj zu einem sofortigen Treffen mit Russlands Präsident Wladimir Putin bereit sei. Russland müsse seine Invasionstruppen abziehen.

Selenskyj sieht Fortschritte bei Verhandlungen mit Russland

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sieht ungeachtet der schweren Kämpfe zwischen russischen und ukrainischen Truppen kleine Fortschritte in den Verhandlungen mit der Regierung in Moskau. "Wir arbeiten weiterhin auf verschiedenen Ebenen, um Russland zu ermutigen, sich in Richtung Frieden zu bewegen", sagte er in einer Mittwoch früh gesendeten Ansprache. Unterdessen wurden aus verschiedenen Landesteilen Kämpfe gemeldet.

Vormarsch russischer Truppen an mehreren Fronten gestoppt

Der ukrainischen Generalstaatsanwaltschaft zufolge wurden in dem Krieg bisher 121 Kinder getötet und 167 verletzt. Die ukrainischen Streitkräfte halten nach Angaben ihres Generalstabs die Stellung trotz fortdauernder russischer Luftangriffe. Der Vormarsch des Gegners werde an mehreren Fronten gestoppt, zum Beispiel bei Slowjansk im Gebiet Donezk im Südosten, teilte der Generalstab in Kiew am Mittwochmorgen mit. Auch Mykolajiw im Süden werde verteidigt, ebenso Tschernihiw im Nordosten.

Lage in Mariupol weiterhin dramatisch

Zur Lage in der seit Wochen besonders heftig umkämpften südostukrainischen Hafenstadt Mariupol teilte die Militärführung lediglich mit, die ukrainischen Kräfte verteidigten sich gegen Angriffe aus allen Richtungen. Die Berichte aus der Kampfzone waren zunächst nicht unabhängig überprüfbar. Das russische Verteidigungsministerium in Moskau teilte mit, Kampfhubschrauber vom Typ Ka-52 hätten ein ukrainisches Munitionslager zerstört. Ein Ort wurde nicht genannt. Die ukrainische Seite hatte zuvor von Angriffen dieser Hubschrauber im Raum Charkiw im Osten des Landes berichtet. Die Angaben beider Seiten über das Kriegsgeschehen lassen sich derzeit nicht überprüfen.

Selenskyj warf den russischen Streitkräften vor, Evakuierungen von Zivilisten aus Mariupol zu vereiteln. In der Hafenstadt würden 100.000 Menschen unter unmenschlichen Bedingungen leben. Sie seien ständigem Beschuss ausgesetzt. Ihnen fehlten Lebensmittel, Wasser und Medikamente.

(APA/Red)

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