Selbstsicher gegen Gewalt in der Schule

„Schreckgespenst Klassenkollegen“: Viele Kinder leiden unter dem sogenannten Bullying. Wer schikaniert wird, hat oft ein Leben lang mit den Folgen zu kämpfen.

Daher ist es wichtig, Verständnis für die Opfer zu zeigen und geschlossen gegen Gewalt im Klassenzimmer einzutreten, weiß Bildungspsychologin Christiane Spiel.

„Unter Bullying versteht man, dass ein Kind ein anderes über einen längeren Zeitraum absichtlich quält“, so die Expertin. Ausschlaggebend ist ein Machtungleichgewicht zwischen Opfer und Täter. Die Gewalt, der die Kinder ausgesetzt sind, kann viele Formen annehmen – sie kann von Schlägen und Stößen über wüste Beschimpfungen bis hin zum Verbreiten von Gerüchten oder dem Ausgrenzen aus Spielen und Gruppen reichen. Die Folgen dieser oft als „Hänseleien unter Kindern“ verharmlosten Gewalt können enorm sein und bis ins Erwachsenenalter reichen: „Viele Kinder genieren sich dafür und trauen sich oft lange nicht, ihre Qualen zuzugeben, leiden aber massiv darunter – und das langfristig“, weiß die Psychologin.

Nicht nur die Opfer leiden unter der Gewalt, sondern die gesamte Klasse. „Es herrscht ein schlechtes Klima und die Freude, in die Schule zu gehen, nimmt genauso ab, wie die Bereitschaft zu lernen.“ Über kurz oder lang werde dadurch natürlich auch die Leistung der Schüler beeinträchtigt.

Kommen Eltern oder Lehrer gewalttätigen Übergriffe zu Ohren, muss man das unbedingt ernst nehmen, dem Kind zuhören und die Details nachfragen. „Auf keinen Fall darf man dem ohnehin schon verschreckten Kind zusätzlich Angst machen, sondern man muss Ruhe vermitteln“, so Spiel. In der Folge könne man mit dem Kind das weitere Vorgehen besprechen – wie etwa welche Orte in der Schule sicher sind oder das Üben einer selbstbewussten Haltung. „Der Satz ’ich habe keine Angst’ nimmt schon vielen Tätern den Wind aus den Segeln“, berichtet die Expertin.

Dem Täter müsse man unbedingt klar machen, dass Gewalt nicht geduldet wird, ganz egal was die Gründe dafür sind. Außerdem müsse man signalisieren, was in der Zukunft von ihm erwartet wird – wie etwa Entschuldigungen bei den Opfern. Nachhaltig kann das Problem Gewalt in der Schule aber nur gelöst werden, wenn Eltern, Lehrer und Schüler konsequent zusammenarbeiten. Besonders die Gemeinsamkeit des Vorgehens betont die Psychologin, denn nur so könne inkonsistentes Verhalten vermieden und das Schulklima wirklich verändert werden.

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