Sehbehinderte Wienerin in eigener Wohnung überfallen: Prozessbeginn

Der Prozess rund um den Überfall einer 78-Jährigen in ihrer Wohnung wurde vertagt
Der Prozess rund um den Überfall einer 78-Jährigen in ihrer Wohnung wurde vertagt ©Vienna.at / David Mayr
Am Dienstag wurde am Wiener Landesgericht für Strafsachen jener Fall behandelt, bei dem eine 78-jährige Sehbehinderte in ihrer Wohnung in der Ottakringer Koppstraße von zwei Männern überwältigt wurde.

Bei der Tat am 22. März dieses Jahres wurde die Frau zudem gefesselt, danach wurde die Räumlichkeiten von den Beschuldigten nach Wertsachen durchsucht.

78-jährige Sehbehinderte in Wohnung überfallen: Prozessauftakt in Wien

Das Geld, das die Pensionistin in einem Koffer unter ihrem Bett aufbewahrte, fanden die Täter nicht, obwohl sie die Wohnung auf den Kopf stellten. “Es war nix mehr auf dem Platz, wo’s hätte sein sollen. Es hat ausgeschaut, als ob ein Wirbelsturm im Zimmer gewesen wäre”, erzählte die Frau einem Schöffensenat (Vorsitz: Claudia Bandion-Ortner). Gegen 10.00 Uhr hatte es an ihrer Wohnungstür geklopft. Auf ihre Frage, wer da sei, bekam sie “Die Post!” zur Antwort. Die 78-Jährige öffnete die Tür, worauf sie ein Unbekannter packte, zurückdrängte und ins Schlafzimmer drängte. Die Pensionistin kam zu Sturz. Plötzlich stand ein weiterer Mann neben ihr. Die Täter verbanden ihr Mund und Augen, fesselten ihre Hände mit einem BH und durchsuchten die Räume nach Wertgegenständen. Ihre Suche blieb erfolglos.

“Als ob ein Wirbelsturm im Zimmer gewesen wäre”

Einige Zeit, nachdem die Räuber ihre Wohnung wieder verlassen hatten, konnte sich die 78-Jährige von ihren Fesseln befreien und um Hilfe rufen. Eine Nachbarin hörte sie und verständigte die Polizei. Im Zuge der Erhebungen fanden die Kriminalisten mehrere Zeugen, die insgesamt drei auffällige Männer beobachtet hatten, die sich kurz vor 10.00 Uhr in der unmittelbaren Umgebung herumgetrieben und den Eindruck erweckt hätten, als würden sie die Gegend auskundschaften. Die Männer waren sogar von vor einem Geschäft angebrachten Überwachungskameras gefilmt worden – anhand der Aufnahmen wurde wenige Tage später einer der Verdächtigen von Polizisten auf der Straße erkannt und festgenommen.

Identifizierung der Angeklagten nicht möglich

Vor Gericht versicherte der Mann – ein 57-jähriger, in seiner Heimat mehrfach wegen Diebstahls vorbestrafter Bulgare -, er sitze zu Unrecht im Gefängnis. Er habe mit der Sache nichts zu tun. Er habe sich damals in der Koppstraße aufgehalten, um Müllcontainer nach verwertbaren Sachen wie gebrauchten Turnschuhen zu durchsuchen, die er dann auf Flohmärkten verkaufen habe wollen. Die Männer, die mit ihm auf den Fotos zu sehen sind, kenne er nicht. Er sei zufällig mit diesen abgebildet worden. Die 78-Jährige, die mittlerweile in einem Heim lebt, war nicht in der Lage, den Angeklagten als einen der Täter zu identifizieren. Sie verwies auf ihr eingeschränktes Sehvermögen und betonte, die Männer wären deutlich größer als sie gewesen. Der eher klein gewachsene Bulgare überragte die Zeugin um wenige Zentimeter. Zur Einvernahme weiterer Zeugen wurde die Verhandlung vertagt.

(APA/Red.)

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