Seegrotte wieder geöffnet - Unglücksursache unklar

Nach dem Unglück am Sonntag ist die Seegrotte am Mittwoch wieder geöffnet - Bootsfahrten gibt es jedoch nicht - warum das Boot kenterte bleibt weiter rätselhaft.

Es regnete in Strömen. Die Witterung war damit der Stimmung unter den Mitarbeitern der Seegrotte Hinterbrühl (Bezirk Mödling) angepasst. Zwar war das Schaubergwerk am Mittwoch wieder geöffnet, das Personal stand aber sichtbar noch unter dem Eindruck der Ereignisse vor zwei Tagen, als bei einer Bootsfahrt fünf Touristen ums Leben gekommen waren. Urlauber oder Schaulustige blieben am Vormittag aus. Sehen wollte den Unglücksort niemand. 

 
Auch Eleonore Maurer von der Betriebsleitung stand das Entsetzen nach wie vor ins Gesicht geschrieben. „Wir haben zwar einige Anmeldungen gehabt, aber es sind Stornierungen gekommen“, sagte sie den wenigen vor der Grotte noch ausharrenden Journalisten. Der untere Teil mit dem größten unterirdischen See Europas, auf dem sich das Unglück ereignet hatte, ist behördlich gesperrt. Besichtigt werden konnte das Bergwerk, aber fotografieren war absolut verboten. 

 
Unglücksursache weiter unklar 

 
„Wie lange das so bleiben wird, weiß ich nicht“, sagte Maurer. In den nächsten Tagen sollte das gekenterte Unglücksboot zerlegt und aus der Grotte transportiert werden. Auch Maurer hatte nach wie vor keine Erklärung parat: „Erst im Dezember ist das Boot überprüft worden.“ 

 
Im Kaffeehaus neben der Grotte trudelten am Vormittag weiter Absagen von Reisegruppen ein: „Es sieht nicht so aus, als würden heute noch Touristen kommen. Normalerweise ist an solchen Tagen immer viel los. Reisebusse kommen und auch Schulklassen sind da, erzählte die Kellnerin. 

 
Auf Reisende warteten auch die Führer. Erich Mühlbacher, der am Montag die Einsatzkräfte alarmiert hatte: „Ich hoffe jedenfalls, dass die, die kommen, nicht nur an dem Unglück interessiert sind. Immerhin können wir ihnen ja viel über das Bergwerk erzählen.“ Seine Erinnerung an den Unfall: „Es war ein sehr lauter Knall, das Boot war umgekippt, die Leute trieben im Wasser. Sie waren sehr panisch. Ich habe Alarm gegeben und mit meinen Kollegen die Leute aus dem eiskalten Wasser gezogen. Das Boot anheben konnten aber erst die Feuerwehrtaucher.“ 

 
Redaktion: Elisabeth Skoda  

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