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Sechsköpfige Bande nach Bankomat-Sprengung festgenommen

Die zum Großteil sichergestellte Beute wurde durch ein Alarmpaket eingefärbt und damit wertlos.
Die zum Großteil sichergestellte Beute wurde durch ein Alarmpaket eingefärbt und damit wertlos. ©LPD NÖ – LKA
Für sechs Männer klickten am Mittwoch die Handschellen, nachdem sie in Fernitz einen Bankomat gesprengt hatten. Die Bande soll in den vergangenen Monaten österreichweit agiert haben.
Bilder des Tatorts

Nach einer Bankomat-Sprengung in Fernitz im steirischen Bezirk Graz-Umgebung sind am Mittwoch in den frühen Morgenstunden sechs Verdächtige festgenommen worden.

Bei den Beschuldigten handelt es sich um teils einschlägig vorbestrafte rumänische Staatsbürger im Alter von 38 bis 56 Jahren. Das Landeskriminalamt Niederösterreich hatte die Tätergruppe seit November 2019 im Visier.

Sechs Festnahmen nach Bankomat-Sprengung in der Steiermark

Die Bande war bereits observiert worden, als drei Männer kurz nach 3.00 Uhr den Geldausgabeschlitz des Bankomaten in Fernitz mit einem Brecheisen manipulierten und einen Sprengsatz zur Detonation brachten. Laut Omar Haijawi-Pirchner vom Landeskriminalamt Niederösterreich erbeuteten die Beschuldigten mehrere Geldladen und flüchteten in den Wald. Die gesamte Tathandlung habe nur vier Minuten gedauert.

Die unmittelbar an dem Coup Beteiligten wurden in der Folge von Komplizen im Stadtgebiet von Graz abgeholt. Unterdessen hatte sich das EKO Cobra bereits in Hart bei Graz - wo sich die Rumänen ab Samstag einquartiert hatten - in Stellung gebracht. Als die Täterfahrzeuge wie erwartet auftauchten, erfolgte der Zugriff. Die Beschuldigten ließen sich laut Brigadier Hannes Gulnbrein widerstandslos festnehmen. Beim Einschlagen einer Seitenscheibe eines Autos wurde ein Beamter der Eliteeinheit verletzt.

Bande spionierte zahlreiche Tatorte in Österreich aus

Niederösterreichs Landespolizeidirektor Franz Popp sprach im Zusammenhang mit der Bande von "hochgradig organisierter Kriminalität". In einem der Täterfahrzeuge wurde ein Paket mit hochexplosivem Sprengstoff - vermutlich TATP (Triacetontriperoxid) - sichergestellt und vom Entschärfungsdienst gesprengt, sagte Gulnbrein.

Laut Haijawi-Pirchner hatten die Rumänen in den vergangenen Monaten etwa 70 geeignet erscheinende Tatorte in mehreren Bundesländern ausspioniert. Weil auch Geldausgabeautomaten südlich von Wien dabei gewesen seien, habe das Landeskriminalamt Niederösterreich die Ermittlungen übernommen. Die zum Großteil sichergestellte Beute bei dem Coup in Fernitz wurde durch ein Alarmpaket eingefärbt und damit wertlos.

Weitere Ermittlungen laufen

Im Zuge weiterer Ermittlungen soll nun festgestellt werden, ob die Bande auch für andere Tatorte in Österreich oder Europa verantwortlich zeichnet. "Wir stehen am Beginn", sagte Haijawi-Pirchner am Mittwochnachmittag. Die Einvernahmen der Beschuldigten in St. Pölten dauerten an.

(APA/Red)

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