Sebastian Kurz solle sich nicht "verheizen lassen", rät Androsch

Sebastian Kurz ist der jüngste Minister der Zweiten Republik.
Sebastian Kurz ist der jüngste Minister der Zweiten Republik. ©AP
Mit 27 Jahren ist der neue Außenminister Sebastian Kurz der jüngste Außenminister der Zweiten Republik. Hannes Androsch wurde 1970 im Alter von 32 Jahren zum damals jüngsten Minister. Er glaubt, dass Kurz zwar den Nachteil habe, nicht aus dem Fach zu kommen, dafür jedoch den Vorteil der Regierungserfahrung habe. Er rät, sich nicht "verheizen" zu lassen.
Kurz wird Außenminister
Reaktionen aus dem Ausland

Auch wenn Sebastian Kurz beim Amtsantritt nicht wie er selbst über ein abgeschlossenes Studium, einen einschlägigen Brotberuf und siebenjährige Parlamentserfahrung verfüge, “traue ich ihm das zu”, sagt Androsch. “Man muss aber aufpassen, dass man ihn nicht verheizt. Und er muss selber überlegen, was er danach tun kann.”

 “Nie von der Politik abhängig sein”

Androsch war von 1970 bis 1981 Finanzminister. Als jüngster Minister in der österreichischen Geschichte löste ihn 2000 sein Amtsnachfolger Karl-Heinz Grasser (FPÖ, später ÖVP) ab. Nun hält Kurz den Rekord.

Bei seinem Eintritt in die Politik habe ihm der ehemalige Bundespräsident Adolf Schärf (SPÖ) geraten, nie von der Politik als Geschäft abhängig zu sein. Woran er sich auch gehalten habe: “Ich habe immer meinen freien Beruf (Steuerberater, Anm.) gehabt, in den ich zurückkehren konnte.”

Sebastian Kurz ist jüngster Minister

Dass Kurz ob seines Alters oder seiner fehlenden außenpolitischen Erfahrung Probleme mit dem Beamtenapparat des Außenministeriums haben könnte, glaubt der ehemalige Finanzminister nicht. Bei seiner ersten Sektionschefbesprechung im Finanzministerium habe es geheißen: “Herr Minister, haben’s Vertrauen zu uns, das wird honoriert.”

Ein großer Teil des führenden Beamtenapparats habe ihn freilich schon aus dem Parlament gekannt. “Und als Steuerprüfer habe ich immer wieder meine Kurse und Prüfungen bei ihnen gehabt.” Dadurch habe er sicherlich ein paar Vorteile gehabt. “Aber das ist nicht spielentscheidend. Wichtiger ist, dass man weiß, wie man mit den Beamten zusammenarbeitet, die Gesamtvorstellung und dass man aufgeschlossen ist.” Zudem habe Kurz den Vorteil, bereits über Regierungserfahrung zu verfügen, “das hatte ich damals nicht.”

Neuer Außenminister wird sich Ansehen erwerben

Auch auf dem internationalen Parkett werde der 27-Jährige keine Probleme haben, glaubt Androsch. “International sieht man das Alter sehr gelassen. Und das Ansehen, das erwirbt man sich.”

So oder so, sei der gewaltige Arbeitsaufwand, die größte Herausforderung: “Das ist mehr als ein Fulltime-Job. Daher kann man das auch nicht das ganze Leben lang machen.” (APA)

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