Screening im Filmmuseum Wien zeigte Filmdokumente zum NS-Alltag

Viele unveröffentlichte Filmaufnahmen dokumentieren die damalige starke NS-Präsenz.
Viele unveröffentlichte Filmaufnahmen dokumentieren die damalige starke NS-Präsenz. ©APA
Das Filmmuseum Wien rückte am Sonntagnachmittag Österreich vor dem eigentlichen "Anschluss" 1938 in den Blickpunkt: Das Screening "Aus der braunen Zeit - Filmdokumente zum NS-Alltag 1932-1941" zeigte unter anderem unveröffentlichtes Material und Amateuraufnahmen.

Filmdokumente zu den Aktivitäten der Nationalsozialisten in Österreich vor dem eigentlichen “Anschluss” 1938 sind am Sonntagnachmittag im Mittelpunkt eines Screenings im Filmmuseum gestanden. “Aus der braunen Zeit – Filmdokumente zum NS-Alltag 1932-1941” stützte sich dabei auf unveröffentlichtes und teilweise auch noch nicht öffentlich gezeigte Filmaufnahmen.

Filmmuseum zeigte Filmdokumente “aus der braunen Zeit”

In dem von der NSDAP-Filmstelle Wien hergestellten, aber nie zum Propaganda-Einsatz gekommenen Film “Hakenkreuz über Österreich” kommt in unzähligen Aufmärschen die starke Präsenz der Nationalsozialisten im “Kampf um die Straße”, der die Zeit der Ersten Republik prägte, zum Ausdruck. Eine Amateurfilmaufnahme eines deutschen und österreichischen Frontsoldatentreffens in Wels im Juli 1937 zeigt die Unverfrorenheit, mit der sich die damals in Österreich verbotene NSDAP zeigte, Hakenkreuz und Hitlergruß inklusive.

Die von einer von Filmmuseum-Direktor Michael Loebenstein und Ingo Zechner vom Ludwig Boltzmann Institut für Geschichte und Gesellschaft moderierten Diskussion mit dem Historiker Kurt Bauer, ÖNB-Bildarchiv-Leiter Hans Petschar und dem Historiker und Filmesammler Rainer Hunger begleitete dreistündige Materialsichtung zeigte auch viele Amateuraufnahmen.

Auch Amateuraufnahmen zum “Anschluss” bei Filmmaterial

Zu sehen waren etwa die rasche Umgestaltung des Wiener Stadtbildes in den Tagen zwischen abgesagter Österreich-Volksabstimmung und dem von den Nazis anberaumten Volksentscheid über den “Anschluss” im April, die Parade des deutschen Militärs am 15. März 1938 sowie erste Schlangen Ausreisewilliger, die sich vor dem polnischen Konsulat am Rennweg bildeten.

Eine Vielzahl von Filmdokumenten zu den Ereignissen des März 1938 sind als Teil eines internationalen Forschungsprojekts über ephemere Filme über die Homepage des Filmmuseums abrufbar: “ephemere” Filme, die den Aufstieg der NSDAP ab 1932, das Alltagsleben jüdischer Familien vor der Vertreibung und Vernichtung, den “Anschluss” Österreichs und die Kriegsjahre 1941-42 dokumentieren.

(APA/Red)

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