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Scorsese will nicht mit Dylan reden

Seit zwei Jahren arbeitet Martin Scorsese an einem Film über Bob Dylan. Reden will er aber nicht mit dem legendären Sänger und Texter.

„Ich möchte mit dem Mann nicht direkt zu tun haben“, sagte Scorsese. „Ich will einen möglichst ehrlichen Film machen, ohne unnötige Einschränkungen.“ Daher wolle er erst einmal die Story schreiben, wie er es für richtig halte.

Der Film beschäftigt sich vor allem mit den Anfängen von Dylans Karriere in den Jahren von 1961 bis 1966. Er soll im Sommer dieses Jahres im öffentlich-rechtlichen Fernsehen der USA gezeigt werden. Als Grundlage verwendete der Regisseur Aufnahmen von Interviews mit Dylan mit einer Gesamtdauer von zehn Stunden. In seinem Film „The Last Waltz“ hat Scorsese den letzten Auftritt von Dylans Begleitband The Band festgehalten.

Martin Scorsese über den Oscar: „Man darf die Hoffnung nie aufgeben“

Der amerikanische Regisseur Martin Scorsese (62) kann in seiner mehr als 35-jährigen Karriere als Filmemacher auf über 25 Filme („Taxi Driver“) und zahlreiche Filmpreise zurückblicken. Auch sein neuer Film „Aviator“, der am 20. Jänner in die österreichischen Kinos kommt, galt von Vorneherein als preisverdächtig. Für die Golden Globes war der Film, der vom Leben des Hollywood-Moguls und Pioniers der Luftfahrt Howard Hughes (1905-1976) handelt, sechs Mal nominiert, drei Auszeichnungen konnte der Film einfahren. Scorsese, der noch nie einen Oscar als Regisseur bekommen hat und in dieser Kategorie auch bei den Globes leer ausging, lässt sich nicht entmutigen: „Man darf die Hoffnung nie aufgeben.“

Frage: Ihre Filme haben zahlreiche Oscars bekommen. Sie wurden mehrmals als bester Regisseur nominiert, gingen aber jedes Mal mit leeren Händen nach Hause. Haben Sie die Hoffnung auf diese Trophäe mittlerweile aufgegeben?

Martin Scorsese: „Man darf die Hoffnung nie aufgeben. Aber ich denke, diese Auszeichnung käme jetzt etwas zu spät. Diese Anerkennung wäre zu Lebzeiten meiner beiden Eltern toll gewesen. Aber natürlich würde ich mich freuen, wenn ich den Oscar bekommen würde. „Taxi Driver“ erhielt damals mehrere Oscars, darunter den für den besten Schauspieler und die beste Musik. Vom Regisseur war nicht die Rede. Das hat mich sehr enttäuscht. Aber dann sagte ich mir, dass ich eigentlich gar keinen Grund habe, mich zu beschweren. Ich konnte immerhin diesen Film drehen, der Millionen von Zuschauer anzog. Auszeichnungen dürfen kein Ziel an sich sein.“

Frage: In diesem Film drehen Sie erneut mit Leonardo DiCaprio, der die Hauptrolle spielt. Wollen Sie aus DiCaprio einen zweiten Robert De Niro machen?

Martin Scorsese: „De Niro und ich sind beide über sechzig Jahre alt. Wir haben viele Probleme gemeinsam durchgestanden. De Niro und ich haben ähnliche Lebenserfahrungen. Meine Beziehung zu De Niro könnte man als brüderlich bezeichnen, während die zu dem 32 Jahre jüngeren Leo eher familiärer Art ist. Mit Leo rede ich über Autoren, Gemälde und Musikgruppen. Wir haben einen ähnlichen Geschmack und eine ähnliche Arbeitsweise. Ich denke, er ist ein großer Schauspieler seiner Generation. Er hat sein Können mit diesem Film unter Beweis gestellt. Er ist energisch, sensibel, sowohl im Leben als auch auf der Bühne, er ist mitfühlend, kann gut die Gefühle anderer nachvollziehen und ist nicht narzisstisch.“

Frage: Was hat Sie an der Person des exzentrischen Multimillionärs Howard Hughes am meisten fasziniert? Seine Rolle aus Außenseiter und erster unabhängiger Hollywood-Produzent oder seine Besessenheit für Fliegen, Filme und Frauen?

Martin Scorsese: „Mich hat vor allem der junge Visionär beeindruckt, der von der Geschwindigkeit berauscht ist und diesen extrem gewalttätigen Film „Höllenflieger“ drehte und produzierte. Er verkörpert für mich die alten amerikanischen Pioniere am Ende des 19. Jahrhunderts. Nachdem sie die Westküste erobert und die Mexikaner und Indianer getötet hatten, wussten sie nicht mehr wohin. Also gingen sie nach Hollywood, um dort ihre Träume zu realisieren.“

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