Schweres Busunglück

Bei einem Busunfall in der Nähe der französischen Stadt Lyon sind am Samstag 28 deutsche Reisende ums Leben gekommen.

47 Menschen wurden verletzt, sechs von ihnen schwer, hieß es bei der Präfektur in Lyon. Die meisten der überwiegend älteren Fahrgäste wurden im Schlaf von dem Unglück überrascht. Erst am 8. Mai waren in Ungarn 33 Deutsche bei einem Busunglück ums Leben gekommen.

Der deutsche Doppeldeckerbus stürzte nach Angaben der Rettungsdienste nördlich von Lyon die Böschung der Autobahn hinab und blieb auf dem Dach liegen. Nach Angaben der Feuerwehr ereignete sich das Unglück kurz vor 5.00 Uhr bei einem Überholmanöver auf regennasser Fahrbahn vor dem Fourviere-Tunnel bei Dardilly auf der Autobahn A 6. „Der Bus fuhr etwa mit 110 bis 130 Stundenkilometern“, sagte ein Autofahrer, der von dem Bus überholt wurde. „Plötzlich geriet er ins Schlingern und durchbrach die Leitplanke.“ Auch die Staatsanwaltschaft vermutet überhöhte Geschwindigkeit bei einem Überholmanöver als Unfallursache.

„Ich habe noch gesagt, dass bei einem solchen Tempo tödliche Unfälle auf der Autobahn passieren“, sagte der sichtlich erschütterte Autofahrer. „Ich hatte den Satz noch nicht ganz ausgesprochen, als der Bus in die Leitplanke krachte.“ Die Staatsanwaltschaft leitete eine Untersuchung zur genauen Klärung der Unfallursache ein.

Die Bergung der Opfer war nach Angaben der Behörden äußerst schwierig und dauerte rund fünf Stunden. Etwa 250 Helfer, Feuerwehrmänner und Polizisten waren im Einsatz. „Am schwierigsten war es, die Verletzten aus dem Wrack herauszuschneiden“, sagte ein Feuerwehrmann. Die letzten Opfer wurden nach französischen Angaben gegen 10.00 Uhr aus dem Wrack geborgen.

Der Doppeldeckerbus gehört nach Angaben des niedersächsischen Innenministeriums der Firma Tiger-Reisen in Wunstorf nahe Hannover. Der Bus sei von einem bayerischen Reiseveranstalter gechartert worden, sagte Ministeriumssprecher Klaus Engemann. Er habe in Flensburg, Kiel, Neumünster, Hamburg, Bremen, Oldenburg, Vechta, Osnabrück, Essen, Köln/Bonn und Wittlich Fahrgäste aufgenommen. Die Reisenden waren auf dem Weg nach Spanien. Sie hatten die Urlaubsfahrt in einer Lotterie gewonnen, berichtete der französische Rundfunksender France Info.

Ein Mitarbeiter des deutschen Generalkonsulats in Lyon war am Unfallort. Im Generalkonsulat wurde nach ihren Angaben ein Krisenstab eingerichtet, der im ständigen Kontakt zu den französischen Behörden und zum Lagezentrum des deutschen Außenministeriums stehe, hieß es.

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