Schweiz übergab Argentinien Bankunterlagen

Die Schweiz hat Argentinien im Zusammenhang mit der Menem-Affäre Bankunterlagen übergeben. Diese beziehen sich auf Inhaber von Bankkonten, die Gegenstand eines Rechtshilfegesuches sind.

Die Unterlagen wurden vom Bundesamt für Justiz der argentinischen Botschaft in Bern am Mittwoch übergeben, wie ein Sprecher Folco der Behörde gegenüber der Nachrichtenagentur sda erklärte.

Die Dokumente stammten aus einer Untersuchung der Genfer Untersuchungsrichterin Christine Junod. Laut Junod betreffen sie eine Affäre um illegalen Waffenhandel nach Ecuador und Kroatien in den 90er Jahren, in welche der damaligen Präsident Carlos Menem verwickelt gewesen sein soll. Weitere Untersuchungen seien im Gang, hatte Junod bereits Ende November erläutert.

Menem steht auch im Verdacht, er habe von einem Bombenanschlag im Jahr 1994 mit 86 Toten gewusst und sei vom Iran mit 10 Millionen Dollar zum Schweigen gebracht worden. Dazu wurden in der Schweiz aber keine Konten gefunden. Unabhängig von laufenden Rechtshilfeverfahren läuft in Genf auch ein kantonales Strafverfahren wegen Geldwäscherei, in das der Ex-Präsident ebenfalls verwickelt ist.

Auf Genfer Bankkonten wurden fast 10 Millionen Dollar blockiert. Untersuchungsrichterin Junod hatte im November erklärt, die Untersuchungen könnten bis Ende diese Jahres abgeschlossen sein.

  • VIENNA.AT
  • Chronik
  • Schweiz übergab Argentinien Bankunterlagen
  • Kommentare
    Die Kommentarfunktion ist für diesen Artikel deaktiviert.