Schweiz: Ära Hitzfeld hat bereits begonnen

Jakob "Köbi" Kuhn hat zwar noch einen bis Ende Juni laufenden Vertrag, doch im Schweizer Fußball hat mit dem enttäuschenden Out in der Gruppenphase der EURO 2008 die Ära von Teamchef Ottmar Hitzfeld bereits begonnen.

Die erste Tat des Deutschen war ein persönliches Gespräch mit Marco Streller, in dem Hitzfeld laut “Tages-Anzeiger” den 27-jährigen Stürmer zum Rücktritt vom Rücktritt aus der “Nati” bewegen konnte.

Die Schweizer Medienlandschaft setzt große Hoffnungen in den neuen Mann, der in der vergangenen Saison den FC Bayern München zum deutschen Double geführt hat. “Tschüss Köbi, Grüezi Ottmar!”, meinte etwa der “Blick” voller Vorfreude und richtete gleich einen Katalog mit Verbesserungsvorschlägen an den 59-Jährigen: “Spieler besuchen”, “Kommunikation verbessern”, “Seilschaften trennen”, “Glück mitbringen” und “Nur willige Spieler nehmen”.

Auch wenn der Verband bei der Bilanz-Pressekonferenz am Montag Schönfärberei betrieben hatte, die Kritik an Kuhn nach dem frühen EM-Ausscheiden wird in der Schweiz von Tag zu Tag stärker. Auch manche Spieler nehmen sich kein Blatt mehr vor den Mund. Arsenal-Legionär Johan Djourou beklagte sich etwa im “Le Matin”, dass er keine Chance erhalten hat. “Man wusste vier Monate vorher, wer spielen wird. Im Club kämpft man im Training, um einen Platz im Team zu haben. Hier, mit der Nati, bringt es nichts, wie ein Verrückter alles zu geben, man kennt die Mannschaft ja bereits im Voraus.”

Jetzt freuen sich die Schweizer Kicker auf Hitzfeld, der als Coach u.a. siebenmal die deutsche Meisterschaft und zweimal die Champions League gewann. “Man redet immer vom Glück der Bayern und vom Glück der Deutschen. Aber das ist kein Zufall, man kann es erzwingen”, meinte etwa Kapitän Alexander Frei, der in Deutschland bei Dortmund spielt. “Mit ihm bekommen wir einen großen Trainer, alles wird er aber auch nicht auf den Kopf stellen”, erklärte Tranquillo Barnetta, als Leverkusen-Profi ebenfalls in der Heimat Hitzfelds aktiv.

Viel Zeit bleibt Hitzfeld nicht, um für die WM-Qualifikation 2010 eine Mannschaft nach seinen Vorstellungen zu basteln. Am 31. Juli tritt er offiziell seinen neuen Job an. Nur 17 Tage nach dem Testspiel gegen Zypern am 20. August kämpft die Schweiz in Israel (6. September) um das WM-Ticket. Weitere Gegner sind Griechenland, Moldawien, Lettland und Luxemburg.

Im Trainerstab der Schweizer sorgte Hitzfeld bereits für frischen Wind, mit Ausnahme von Co-Trainer Michel Pont werden alle ausgewechselt, auch Teamberater Adrian Knup.

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