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Schwarzkopf

Testosterontriefende Migrantendoku: Regisseur Arman T. Riahi entwickelt aus der Lebensgeschichte des Rappers Nazar das Porträt einer ganzen Generation jugendlicher Migranten - Kinostart am 6. Mai.
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Der im Iran geborene Regisseur Arman T. Riahis nimmt in seiner ersten abendfüllenden Dokumentation die Biografie des Wiener Rappers Nazar zum Ausgangspunkt, um das Porträt einer ganzen Generation von Jugendlichen mit Migrationshintergrund zu zeichnen, die auf den Straßen der Wiener Arbeiterbezirke aufwächst. Riahi gelingt es dabei, hinter die Fassade der harten Gangsta-Rapper zu blicken, wo sich ein Bild von Zurückweisung und Verlorenheit offenbart.
“Gewidmet den Kindern dieser Stadt”, macht Riahi gleich zu Beginn der Credits deutlich. Zugleich ist die Welt, die er zeigt, durch und durch männlich geprägt. Frauen kommen quasi nie vor. Die Erzählung setzt ein, als Nazar aus dem Gefängnis entlassen wird. Riahi arbeitet mit extremen Detailaufnahmen, zeigt Rückblicke im Weichzeichner, während der Rapper seine Lebensgeschichte aus dem Off schildert. Die Spielszenen der Rückschauen erhalten aber sukzessive ein Eigenleben und wandeln sich von den Figuren aus Nazars Kindheit zu heutigen Jugendlichen, die im Fortschreiten der Dokumentation an Bedeutung gewinnen.

Wirklich formulieren, was in ihrem Leben schief gelaufen ist, können die meisten nicht. Hinter den beschwichtigenden Phrasen offenbaren sich jedoch Kränkungen durch die Mehrheitsgesellschaft, auch ist der Vater meist nicht präsent oder gar tot. Darüber hinaus fehlt die Verortung. “Ich lebe in Österreich und ich lebe gerne hier – aber wirklich zu Hause bin ich hier nicht”, meint Nazar an einer Stelle des Films.

Hinzu gesellt sich eine frappante Sprachlosigkeit, die sich in der Kommunikation auf Rudimente einer komplexen Sprache beschränkt. Zugleich wenden sich die Jugendlichen in ihrer Sprachlosigkeit der sprachlastigen Musikrichtung Rap zu. Schreiben sei für ihn Therapie, sinniert Nazar, der auch seine Rolle als Vorbild für die Jugend reflektiert, die er klar umrissen sieht: Sein Job sei nicht, Werte zu vermitteln – dafür gebe es Pädagogen.

Defätistisch sein Resümee über die vergangenen zwei Jahrzehnte Integrationspolitik: “Es hat sich vieles geändert, aber vieles hat sich nicht geändert. Es ist noch lange nicht so, dass wir gut miteinander leben können.” (Martin Fichter/APA – VOL-Redaktion)

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