Schwarzenegger: Wiederkandidatur?

Der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger, der vor einem Jahr (17. November 2003) als Gouverneur angelobt worden ist, will über eine Wiederkandidatur für das Amt im Moment noch nicht nachdenken.

Die Entscheidung über ein mögliches erneutes Antreten werde er im Frühling 2005 treffen, sagte Schwarzenegger am Dienstag in einem CNN-Interview mit Larry King. Die nächsten Gouverneurswahlen in Kalifornien finden 2006 statt. Schwarzenegger hatte nach dem Sieg bei der Recall-Wahl das Amt vom demokratischen Gouverneur Gray Davis für die verbleibende Amtsperiode übernommen.

Der 57-Jährige hat auch nach eigenen Angaben noch nicht über eine Präsidentschaftskandidatur nachgedacht: „Ich denke nicht über ein Antreten als Präsident nach, ich denke ja noch nicht einmal über eine Kandidatur als Gouverneur nach“. Die jüngsten Initiativen zur Verfassungsänderung, damit auch ein eingewanderter US-Bürger wie er als Präsident kandidieren kann, begrüßte der gebürtige Österreicher als „gute Idee“. Eine Öffnung des Präsidentenamts auch für im Ausland Geborene sei grundsätzlich positiv, sein Name sollte dabei aber nicht ins Spiel gebracht werden, meinte Schwarzenegger. Derzeit können nur gebürtige US-Staatsbürger für das Präsidentenamt kandidieren.

Im Spektrum der republikanischen Partei sieht sich Schwarzenegger weiter gut aufgehoben, obwohl er in gesellschaftspolitischen Fragen, etwa beim Schwangerschaftsabbruch, der embryonalen Stammzellenforschung und Homosexuellen-Rechten liberaler denkt als die christliche Rechte. Schwarzenegger tritt für straffreien Schwangerschaftsabbruch, für die Förderung der embryonalen Stammzellenforschung und für die rechtliche Gleichstellung von homosexuellen Partnerschaften ein.

In der Steuerpolitik sei er konservativ, gegen Steuererhöhungen und hohe Staatsausgaben, in sozialen Fragen hingegen moderat, charakterisierte sich der Republikaner selber. Grundsätzlich wolle er mit beiden Parteien, den Demokraten und den Republikanern, für das Wohl Kaliforniens zusammenarbeiten. Schließlich sei er ja auch mit einer Demokratin, Maria Shriver, verheiratet.

Angesprochen auf den Irak-Krieg verteidigte Schwarzenegger die Entscheidung der US-Administration zur Invasion. Präsident George W. Bush und Verteidigungsminister Donald Rumsfeld hätten gute Arbeit geleistet. „Ich habe den Irak-Krieg von Beginn an unterstützt“. Der Irak habe Terrorismus gefördert, obwohl es natürlich „enttäuschend“ gewesen sei, dass keine Massenvernichtungswaffen gefunden worden waren.

Auch die Verluste bei den amerikanischen Truppen seien „entsetzlich traurig“. „Das ist ein sehr harter Krieg“, meinte der Gouverneur. Die amerikanische Exit-Strategie habe nicht funktioniert. Nun müsse die USA möglichst bald ihre Pläne verwirklichen und eine Demokratie im Irak schaffen, um dann den Rückzug antreten zu können.

Erfreut zeigte sich Schwarzenegger dass ihm in seiner alten Heimat Österreich eine Sonderbriefmarke gewidmet wurde. „In Amerika muss man zehn Jahre tot sein um eine Briefmarke zu bekommen“, warf der Interviewer Larry King ein. „Vielleicht haben sie für mich ja eine Ausnahme gemacht“, entgegnete Schwarzenegger. Auch dass das Stadion in Graz, wo er sein Bodybuilding-Training begonnen hatte, nach ihm benannt wurde, erwähnte der gebürtige Steirer mit sichtlichem Stolz.

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