Schwager erstochen - In Anstalt eingewiesen

Im Wiener Straflandesgericht ist am Donnerstag ein 21-jähriger Mann rechtskräftig auf unbefristete Zeit in eine Anstalt für geistig abnorme Rechtsbrecher eingewiesen worden. Er hatte am 16. September 2009 seinen Schwager mit einem 30 Zentimeter langen Fleischermesser erstochen. Der 21-Jährige hatte sich über den schreienden einjährigen Sohn des Schwagers aufgeregt und dem Baby einen Klaps gegeben.

Dass er dafür zur Rede gestellt wurde, regte den Mann derart auf, dass er in die Küche lief , sich ein Messer holte und dieses wortlos dem gemütlich vor dem Fernsehgerät am Boden liegenden 26-Jährigen viermal in die Brust stach. Ein Stich ging ins Herz, der Schwager starb eineinhalb Stunden später im Spital. “Ich war so wütend, ich wollte ihm mit dem Messer eine verpassen”, sagte der Täter nach seiner Festnahme.

“Diese Reaktion ist – wie man so schön sagt – nicht normal”, hielt die Staatsanwältin fest. Sie sei auf die Erkrankung des 21-Jährigen zurückzuführen, die seiner Familie zwar aufgefallen sei, aber nie entsprechend behandelt wurde. Laut einem psychiatrischen Gutachten leidet der Mann an einer hochgradigen paranoiden Schizophrenie und war infolge dessen zum Tatzeitpunkt zurechnungsunfähig und damit im strafrechtlichen Sinn nicht schuldfähig. Er konnte daher nicht wegen Mordes zur Verantwortung gezogen werden.

Der 21-Jährige lebte bei seiner Mutter in Wien-Leopoldstadt, wobei in der Wohnung auch eine seiner insgesamt vier Schwestern, sein Schwager und sein einjähriger Neffe untergebracht waren. Der junge Mann verhielt sich zunehmend verhaltensauffällig, berichtete von “Visionen” und erklärte, Schlangen zu sehen. Er ging keinem Beruf nach und sperrte sich praktisch rund um die Uhr in sein Zimmer ein, wo er bis spät in die Nacht hinein fernschaute oder im Internet surfte.

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