Schwache Beteiligung bei Demo in Wien

Bild: APA
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Mit schwacher Beteiligung haben in Wien und Graz Mittwoch Nachmittag die Studenten-Demonstrationen gegen die Beibehaltung der Studiengebühren und für eine Ausweitung und Erhöhung der Stipendien begonnen.

Organisiert wurden die Proteste von der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH). In Wien und Graz kamen jeweils wenige hundert Studenten zum ersten Treffpunkt.

Die Studenten protestieren seit der Koalitionseinigung vor allem gegen das gebrochene Wahlversprechen der SPÖ, die Studiengebühren abzuschaffen. ÖH-Vorsitzende Barbara Blaha (Verband Sozialistischer StudentInnen/VSStÖ) ist aus diesem Grund aus der SPÖ ausgetreten.

In Wien begann die Demo am Minoritenplatz vor dem Wissenschaftsministerium mit wenigen hundert Studenten. Eine Studentin bot auf einem Transparent eine Niere zum Verkauf an – zum Preis von 363,36 Euro, der Höhe der Studiengebühr für ein Semester. Die ÖH sprach sich auf Transparenten „für eine echte Bildungspolitik“ aus, der VSStÖ schrieb „Schwarz-Rot für Studierende der Tod“. Was Medizinstudenten mit dem skandierten Spruch „Für den Kanzler Gusenbauer gibt es keinen Venenstauer“ meinten, war nicht nachvollziehbar. Vom Minoritenplatz geht der Protestzug über Herrengasse, Schottengasse und Ring zum Schwedenplatz und von dort zum Ballhausplatz, wo vor dem Bundeskanzleramt um 16.00 Uhr die Abschlusskundgebung stattfinden soll. Dabei sprechen die beiden ÖH-Vorsitzenden Barbara Blaha und Lina Anna Spielbauer (Grüne und Alternative StudentInnen/GRAS).

In Graz versammelten sich die Studenten vor dem Hauptgebäude der Universität. Sie protestierten u.a. mit einem Trauerkranz mit der Aufschrift „Wir trauern um unsere Partei 31. 12. 1888 – 11. 1. 2007 Sozialistische Jugend Steiermark“ oder Transparenten mit Sprüchen wie „Wer hat uns verraten – Sozialdemokraten“ oder „KSV fordert Studiengebührenboykott“. Anschließend wollen sie über die Zinsendorfgasse und Glacisstraße, Jakominiplatz bis zum Hauptplatz ziehen, wo kurz nach 15.00 Uhr die Abschlussveranstaltung stattfinden soll. Der Rektor der Uni Graz, Alfred Gutschelhofer, hatte die Lehrenden in einem Brief ersucht, die Studenten für den Zeitraum der Kundgebung von der Anwesenheitspflicht zu entbinden.

In Innsbruck findet um 19.00 Uhr im Hörsaal 7 der Geisteswissenschaften eine Hörerversammlung statt. Morgen, Donnerstag, sind in Linz Proteste geplant.

Spontan-Demo nach ÖH-Kundgebung

Nach der Abschlusskundgebung der Demonstration der Österreichischen HochschülerInnenschaft (ÖH) gegen die Studiengebühren demonstrierten noch rund 100 bis 200 Personen auf dem Ring. Nach Stationen vor den abgesperrten Parteizentralen von ÖVP und SPÖ zogen die Demonstranten über die Universität Richtung Donaukanal. Dabei skandierten sie u.a. „Gusenbauer – Bildungsklauer“.

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