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Schutz-Bescheid für frühere Synagoge Gänserndorf aufgehoben

Die ehemalige Synagoge in Gänserndorf muss neu bewertet werden.
Die ehemalige Synagoge in Gänserndorf muss neu bewertet werden. ©APA/HANS KLAUS TECHT
Das Bundesverwaltungsgericht hat den Bescheid des Bundesdenkmalamts zur früheren Synagoge Gänserndorf aufgehoben. Sie steht nicht mehr unter Schutz.

Das Amt hat das Gebäude daraufhin erneut unter Schutz gestellt, um eine bauhistorische Prüfung durchzuführen, bestätigte Stadtchef Rene Lobner (ÖVP) einen ORF-Bericht. “Wir wollen eine städtebaulich vernünftige Lösung haben, die einen würdigen Ort des Gedenkens ermöglicht”, betonte er.

Gebäude laut Bürgermeister in desolatem Zustand

Der Bürgermeister verwies in diesem Zusammenhang auf Gespräche mit der Israelitischen Kultusgemeinde und dem Bundesdenkmalamt sowie Vertretern des Bundeskanzleramtes, man wolle gemeinsam an einer Lösung arbeiten. “Ich bin mir der sensiblen Thematik bewusst”, sagte Lobner am Samstag zur APA. Das Gebäude ist laut dem Stadtchef in einem desolaten Zustand.

Die Synagoge in der Bahnstraße 60 wurde 1889 erbaut und 1908 um das Rabbinerhaus erweitert. Das Gebäude steht seit den 1950er-Jahren im Eigentum der Stadt und beherbergte zuletzt ein Jugendzentrum, seit dem Sommer des Vorjahres steht es leer. Der Abriss war bereits 2014 im Gemeinderat beschlossen worden, geplant war ein Parkplatz und ein kleiner Park mit einer Gedenktafel als “Ort des Erinnerns”. Das Bundesdenkmalamt hatte die frühere Synagoge 2018 wegen “Gefahr in Verzug” unter Schutz gestellt. Eine Prüfung bestätigte den Denkmalschutz, die Stadt legte Beschwerde ein.

Bundesverwaltungsgericht hob Bescheid auf

Das Bundesverwaltungsgericht hob nun den Bescheid auf und verwies ihn zur Erlassung eines neuen Bescheides an das Bundesdenkmalamt zurück. Lobner sieht sich durch diese Entscheidung bestätigt. Die Behörde habe notwendige Ermittlungen des Sachverhalts unterlassen und nicht sämtliche Tatsachen berücksichtigt bzw. gewürdigt. Das Gutachten des Amtssachverständigen der Bezirkshauptmannschaft, das umfangreiche Mängel an der Bausubstanz aufzeige, sei “zur Gänze ignoriert” worden, hieß es in der Gerichtsentscheidung. Nun gilt es, das Ergebnis der bauhistorischen Untersuchung abzuwarten.

(APA/red)

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