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Schulreife soll künftig auch per App überprüft werden

Erprobt wird die App heuer an circa zehn Prozent der Volksschulen.
Erprobt wird die App heuer an circa zehn Prozent der Volksschulen. ©APA (Sujet)
Eine neue App soll dabei helfen, die Schulreife von Kindern zu bestimmen. Ob der Einsatz schon ab 2021 verpflichtend sein wird, ist noch offen.
Neue Vorgaben für Schuleinschreibung

Der geplante verpflichtende Einsatz einer dafür entwickelten App bei der Schuleinschreibung der Taferlklassler ab Jänner 2021 könnte noch verschoben werden.

Eine Entscheidung falle nach der noch bis März dauernden Testphase an Pilotschulen während der heurigen Schuleinschreibung, so der Generalsekretär im Bildungsministerium, Martin Netzer, zur APA.

Verpflichtender App-Einsatz für Schuleinschreibung nicht fix

"Die Zeitleiste ist sekundär. Wir müssen zu einem Modell kommen, das von Eltern, Kindern und Schulleitern auch als Unterstützung wahrgenommen wird", so Netzer. "Wir wollen daher jetzt sauber testen und im Frühjahr bzw. höchstens Frühsommer zu einer Entscheidung kommen. Sollten wir in der Pilotierung draufkommen, dass wir vom Inhalt oder der Kommunikation her nachschärfen müssen, werden wir das tun."

Ursprünglich geplant war, die App um die freundliche Koboldin "Poldi" im Jänner 2021 verpflichtend an allen Volksschulen einzusetzen. Das Screening zur Feststellung der kognitiven Schulreife ist wie ein Computerspiel aufgebaut, in dem die Kinder Aufgaben lösen. Der Test soll etwa Aufschluss darüber geben, ob diese schon mit Sprachlauten umgehen können, ein altersgemäßes Verständnis von Mengen und ein basales Wissen über Zahlen und Schrift haben und wie es etwa um ihre Schreibbewegungen und Gedächtnisfunktionen bestellt ist. Die mögliche Verzögerung begründet man im Ministerium mit der nicht vorhersehbaren halbjährigen Übergangsregierung.

Probelauf an Volksschulen

Erprobt wird die App heuer an ca. zehn Prozent der Volksschulen. Eine wissenschaftliche Begleitung wird an 26 Schulen durchgeführt. In die Entscheidung einfließen sollen außerdem Rückmeldungen von Direktoren, Eltern und Kindern.

Nach wie vor trifft die Entscheidung über die Schulreife die jeweilige Schulleitung - egal ob mit oder ohne App. "Die Schuleinschreibung steht und fällt nicht mit der App", so Netzer. Diese beurteile nur die kognitive Reife der Kinder - andere Faktoren wie die motorische, emotionale und soziale Eignung würden nicht von der App (die auch in einer Papierversion verfügbar ist) erfasst. "Wir vertrauen da auf die diagnostische Kompetenz der Schulleiter - die haben immer das letzte Wort", so Netzer. "Das ist wie beim Arzt. Auch der ordnet Laboruntersuchungen etc. an. Die Werte muss aber er interpretieren. Die Entscheidung trifft er, weil er hat das Gesamtbild."

Nicht schulreife Kinder müssen eine Vorschulklasse besuchen bzw. werden in der 1. Klasse Volksschule nach dem Vorschullehrplan unterrichtet.

"Man muss sich vor der App nicht fürchten"

App-Mitentwicklerin Karin Landerl, Entwicklungspsychologin an der Uni Graz, will kritische Rückmeldungen einarbeiten. Sie betont aber auch: "Man muss sich vor der App nicht fürchten".

"Wir werden uns nun genau anschauen, wie das Verfahren ankommt, wie die Kinder darauf reagieren und wo Anpassungen notwendig sind", sagt Landerl zur APA. So sollen etwa Items, die sich im Praxistests eventuell als zu leicht oder zu schwer herausstellen, überarbeitet werden. "Dafür brauchen wir die Rückmeldung der Schulen." Diese können übrigens auch individuell entscheiden, ob sie das Screening tatsächlich am Tablet durchführen wollen oder als Papier-Bleistift-Variante.

Erwachsene äußerten bereits Bedenken

Bedenken gegen die App kämen allerdings vor allem von Erwachsenen, glaubt Landerl nach Screenings von rund 200 Kindern durch ihre Mitarbeiter. "Das ist ja kein Test. Wenn ich das richtig vermittle, macht das den Kindern Spaß." Auch einzelne schwierigere Aufgaben, mit denen Kinder mit besonders viel Vorwissen herausgefiltert werden sollen, sollten aus ihrer Sicht niemanden demotivieren. Immerhin solle den Kindern vor dem Screening vermittelt werden, dass das Ziel sei, Poldi zu helfen und man dabei keinesfalls jede Aufgabe lösen können muss.

Aufgebaut ist die App rund um die freundliche Koboldin "Poldi" wie ein Computerspiel, in dem die Kinder eine Handvoll Aufgaben lösen sollen. Gemeinsam mit Poldi helfen sie etwa Maulwurf Willi, seinen Maulwurfshügel wiederzufinden oder müssen den Koffer mit den meisten Goldmünzen identifizieren, bevor die Eule ihn stehlen kann. Aufgaben, die den Kindern zu schwer sind, können einfach mittels Zauberstab übersprungen werden.

(APA/Red)

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