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Schulprojekt in Buchform gegossen

124 von Jugendlichen recherchierte Schicksale dokumentiert - Projekteindrücke und –ergebnisse von „A Letter to the Stars“ wurde jetzt in Buchform gegossen.

Die Initiatoren des Schulprojekts „A Letter to the Stars“, die Journalisten Alfred Worm, Andreas Kuba und Josef Neumayr, haben die Projekteindrücke und -ergebnisse nun in Buchform gegossen. Auf 272 Seiten finden sich neben Zeitzeugenberichten und Beiträgen Prominenter – allen voran von Bundespräsident Thomas Klestil – vor allem ein Teil der von Jugendlichen recherchierten Lebensgeschichten von Holocaust-Opfern sowie daran anknüpfend Briefe an diese Toten. Das Buch „A Letter To The Stars. Briefe in den Himmel. Schüler schreiben Geschichte“ wurde am Donnerstag in Wien präsentiert.

Opfer sichtbar machen
Die Geschichte hinter den Namen der vom Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstands (DÖW) über viele Jahre zusammengetragenen Opfer-Liste sichtbar zu machen, das war die Idee hinter diesem Projekt. Der Höhepunkt: ein Festakt im vergangenen Mai am Wiener Heldenplatz, in dessen Rahmen Schüler-Briefe an weiße Luftballons geknüpft und in den Himmel entlassen wurden.

124 Schicksale seien nun in dem Buch dokumentiert worden, sagte Kuba bei der Buch-Präsentation. Der Journalist betonte aber, auch jene Schüler hätten etwas gelernt, die auf einen Namen gestoßen seien, zu dem nichts recherchierbar gewesen sei, da mit dem Menschen auch alles mit ihm Verbundene ausgelöscht worden sei.

Hodik “zutiefst bewegt”
Der Generalsekretär der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG), Avshalom Hodik, betonte, das Projekt habe ihn „zutiefst bewegt“. Er wolle sich in diesem Zusammenhang vor allem an zwei Gruppen wenden:
erstens an diejenigen, die nach einem „Schlussstrich“ rufen. Einen solchen „Schlussstrich“ könne es niemals geben, denn was in der Vergangenheit passiert sei, das gebe es bis heute. Und zweitens sprach er die „Zaghaften“ an, die daran zweifeln, dass ihr Tun noch Sinn habe. Es gebe eine Verpflichtung, hier das Bewusstsein aufrecht zu erhalten. Und der Leiter des Jewish Welcome Service (JWS), Leon Zelman, appellierte an die anwesenden Schüler, die im Rahmen der Präsentation ihre Briefe an die Opfer vortrugen: „Die Zukunft unseres Landes seid Ihr.“

In Vertretung von Bundespräsident Thomas Klestil lobte dessen Sprecher Meinhard Rauchensteiner den „engagierten Ansatz“ des Projekts und betonte, hier sei es nicht darum gegangen, Betroffenheit zu erzeugen, sondern die Betroffenheit sei der Ausgangspunkt gewesen. Auch heute keime der Antisemitismus wieder auf, werde aber nicht mehr so angenommen. Nachdenklich stimme es allerdings, wenn „personenbezogene Daten vom Staat verkauft werden“. Das gehe in Richtung eines „neoliberalen Überwachungsstaates“.

Worm erklärte hinsichtlich der Finanzierung des Projekts, es seien keine öffentlichen Gelder geflossen und um jeden Cent, um jeden Euro habe man „gebettelt“. Trotzdem habe man es nun geschafft, das Buch herauszubringen. Worm zeigte sich zudem zuversichtlich, dass auch für das im kommenden Mai im ehemaligen Konzentrationslager Mauthausen geplante Schülergedenken Sponsoren-Gelder aufgetrieben werden könnten.

Service:
„A Letter To The Stars. Briefe in den Himmel. Schüler schreiben Geschichte“, Verlag „Verein Lernen aus der Zeitgeschichte“, Wien 2003, 272 Seiten, 19,90 Euro, ISBN 3-9501836-9-8, zu bestellen u.a. auf der Homepage www.lettertothestars.at

Redaktion: Claus Kramsl

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