Schönbrunner Polarium vor Wiedereröffnung

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Pinguine und Robben bekommen bald ihr eisiges Reich zurück - Umbauten um 4,3 Millionen Euro - Wiedereröffnung in einem Monat.

Damit den Pinguinen bald wieder ein kühler Schauer den Rücken laufen kann, ist für die Arbeiter vorerst Schwitzen angesagt: Denn bevor das Polarium als Heim der Robben und Pinguine im Tiergarten Schönbrunn in Wien am 27. Mai wie geplant wieder seine Pforten öffnen kann, muss noch viel getan werden.

Uneingeweihte könnten überhaupt bezweifeln, dass die Arbeiten rechtzeitig abgeschlossen werden: Blanker Betonboden, Funkenschauer von Trennscheiben, Fachleute, die an den aufwendigen Anlagen im Keller und am Dach herumschrauben, prägen das Bild. Doch Technikleiter Hermann Fast hat schon zu viele Baustellen in Schönbrunn „geschaukelt“, um am Fertigstellungstermin der etwa 4,3 Millionen Euro teuren Baustelle zu zweifeln.

Robben bekommen eigenes Becken

Dabei ist im Polarium kaum ein Stein auf dem anderen geblieben: Tummelten sich früher im Außenbereich neben den Mähnenrobben auch Seehunde und je nach Jahreszeit auch Pinguine, so haben erstere nun das großzügig erweiterte Becken für sich allein. Vielleicht ein kleiner Ausgleich für jene Zeit, die sie während der Arbeiten im Swimmingpool der Nilpferde verbringen mussten.

Profitieren werden aber auch die Besucher, denen durch senkrechte Scheiben ein Blick unter Wasser geboten wird. Ein begehbarer Glasboden bei einem schmalen Durchgang erlaubt den Betrachtern sogar, über den sieben Meeressäugern zu stehen. Im flacheren „Strandbereich“ könnte sich wiederum möglicher Nachwuchs besonders wohl fühlen.

Pinguin-Paradies

Im Innenbereich, der den Pinguinen vorbehalten ist, hat sich auch eine Menge getan: Alle drei Becken wurden zusammengelegt, das Wasser ist tiefer und auch zwischen den künstlichen Felsen gibt es mehr „Auslauf“. Zwar wurde die Außenanlage gestrichen, aber es gibt nun die Möglichkeit, für einen kleinen Schneespaziergang durch den verschneiten Tiergarten, sagte Fast.

Wovon Besucher von außen nichts mitbekommen, ist fast noch eindrucksvoller: Denn neben anderen Räumlichkeiten verbergen sich im Keller die beiden gigantischen Wasseraufbereitungsanlagen sowie die Kühlung. Bei etwa zwölf Raum- und fünf, sechs Grad Celsius Wassertemperatur fühlen sich die Königs- und Felsenpinguine so richtig wohl.

Riesen-Aufwand für Wasserqualität

Gigantischer Aufwand wird bei der Wasserqualität betrieben, für beide Tierarten ist es übrigens süß. Die vor vier Jahren erneuerte Anlage für die Robben wurde um eine Ozon-Beimischung ergänzt, mit deren Hilfe es auch feinsten Schwebeteilchen an den Kragen geht. Entsprechend wurde auch jene für die Vögel konzipiert. 644 außen bzw. 240 Kubikmeter innen werden im Polarium alle vier Stunden gefiltert, so Fast im APA-Gespräch.

Bei den Pinguinen werden Wasser und Luft mit Hilfe zweier Maschinen gekühlt. Neben 80 Quadratmetern Solarzellen auf dem Dach zur Stromproduktion, wird auch beim Luftaustausch, der 18 Mal pro Stunde im Innenbereich vorgenommen wird, Energie gespart: Abgesaugte Luft kühlt die abgesaugte vor.

Redaktion: Bernhard Degen

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