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Schönbrunn: Mehr Besucher für das Wüstenhaus

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Mit 100.000 Besuchern jährlich steht das Wüstenhaus schon ganz gut da - Schönbrunner Zooleitung wünscht sich eine Verdopplung auf 200.000 und setzt "sichtbare" Akzente.

Rund 100.000 Besucher passierten im vergangenen Jahr die Tore des im März 2003 eröffneten Wüstenhauses im Garten Schönbrunn in Wien. „Das ist uns noch viel zu wenig“, sagte die stellvertretende Direktorin des Tiergartens Schönbrunn, Dagmar Schratter, im Rahmen einer Pressekonferenz am Mittwoch. In den nächsten Jahren wolle man mit diversen Aktionen die Besucherzahl verdoppeln: “200.000 sind unser erklärtes Ziel.“

Bessere Sichtbarkeit

Eine der Maßnahmen wurde am Mittwoch von Schratter, Umweltminister Josef Pröll und Brigitte Mang, Direktorin der Österreichischen Bundesgärten, enthüllt: Auf den hinter einer mächtigen Schwarzföhre versteckten Eingang des Wüstenhauses weist ab sofort eine übermannshohe Kaktus-Stele aus glasgeperlten, perforierten Edelstahl-Flachblechen hin. Schratter: „Das gegenüber liegende Palmenhaus fällt den Leuten sofort auf, am Wüstenhaus sind aber viele bisher vorbeigegangen.“

Die Wunder des Wüstenhauses

Dabei beherbergt das Gebäude mehr als 400 sehenswerte Pflanzenarten aus den trockenen Lebensräumen der Alten und Neuen Welt. Darunter seit kurzem auch die berühmteste Pflanze Namibias, die noch dazu 1859 von einem Österreicher entdeckt wurde und auch dessen Namen trägt: Die Welwitschia mirabilis, benannt nach dem Naturkundler Friedrich Welwitsch. Diese Pflanze kann bis zu 2.000 Jahre alt werden. Jenes Exemplar, das in Wien zu sehen ist, ist 35-jährig und stammt aus dem botanischen Garten der Goethe-Universität in Frankfurt am Main. Oberirdisch besteht die Welwitschia nur aus zwei Blättern, der Stamm der Pflanze befindet sich unterirdisch und dient als Wasserspeicher.

Führer für das Wüstenhaus

Die Welwitschia findet sich auch in jenem Pflanzenführer, der druckfrisch am Mittwoch präsentiert wurde. Rund 140 der 400 Pflanzen sind erfasst. „Wir wollten den Eindruck im Inneren des Wüstenhauses nicht durch einen Schilderwald beeinträchtigen, deshalb gibt es jetzt diesen Führer“, sagte Schratter. Das 95-seitige Büchlein weist u.a. auch auf die möglichen heilenden Wirkungen der Pflanzen hin, erklärt ihre Verbreitung oder ihren Nutzen für die Tierwelt. Der Pflanzenführer kostet vier Euro, der Eintritt ins Wüstenhaus ebenfalls.

Umweltminister will Geld locker machen

Pröll versprach, sich bei den Budgetverhandlungen mit dem Finanzminister auch für Mittel für den geplanten Ausbau der Außenanlage des Wüstenhauses einzusetzen und übermittelte die besten Grüße seines 14-jährigen Sohnes Alexander, einem leidenschaftlichen Kakteen-Sammler. Bei der Eröffnung des Wüstenhauses im März 2003 hatte der Umweltminister die Kakteen-Art „Bischofsmütze“ geschenkt bekommen: „Sie lebt noch immer – trotz ministerieller Behandlung.“ Am Mittwoch durfte Pröll eine „Madagaskarpalme“ mitnehmen.

Link: www.zoovienna.at

Redaktion: Birgit Stadtthaler

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