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Scholz kritisiert Rechtschreib-Rat

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Als „Geste des Vertrauens“ würde es der ehemalige Wiener Stadtschulratspräsident Kurt Scholz werten, wenn die sechsjährige Vorsitzführung im neuen „Rat für deutsche Rechtschreibung“ zu gleichen Teilen zwischen Deutschland, der Schweiz und Österreich geteilt wird.

Dies würde – ohne Änderung der Mehrheitsverhältnisse den „Eindruck der deutschen Befehlsausgabe ein wenig relativieren“, sagt Scholz. Bereits im Vorfeld der konstituierenden Sitzung wurde der ehemalige bayerische Wissenschaftsminister Hans Zehetmair als Vorsitzender des Rates designiert.

Diskussion in Ö konstruktiver als in D

Inhaltlich will Scholz im Rahmen des Rates auf die Diskussion zwischen Rechtschreibreformern und Autoren hinweisen, die seiner Meinung nach in Österreich konstruktiver als in Deutschland verlaufe: „Niemand schreibt den Autoren ihre Rechtschreibung oder Interpunktion vor, die Freiheit der Autoren war in Österreich immer unmissverständlich.“ Aus diesem Grund wehrt sich Scholz auch gegen alle Vorhaben und Aktionen, in Schulbibliotheken „rechtschreibmäßig veraltete“ Texte zu entfernen – eine Tendenz die es laut Interessengemeinschaft (IG) Autoren gibt: „Dass etwa Erich Hackls ’Abschied von Sidonie’ nicht mehr gelesen wird, nur weil es noch in der alten Rechtschreibung vorliegt, ist ein Unsinn höchster Sorte.“

Information über Rechtschreibreform für Alltag unbrauchbar

Scholz will im Rat auch kritisierten, dass die vorliegenden allgemeinen Informationsmittel über die Reform für Fachwissenschafter und Linguisten geeignet, aber im Alltagsleben nur schwer handhabbar seien. Hier bestehe die Herausforderung, auch für die Verlage, verständliche Unterlagen vorzulegen. Der ehemalige Schulpolitiker fordert auch eine „ehrliche Diskussion des Stellenwerts der Rechtschreibung in der Praxis des Deutschunterrichts“. Die Orthografie dürfe nicht Hauptmaßstab für die Leistungsbeurteilung gemacht und damit die Kreativität der Kinder reduziert werden.

Befürworter der gemäßigten Kleinschreibung

Als Befürworter einer gemäßigten Kleinschreibung, für deren Umsetzung bei der nun vorliegenden Reform „der politische Mut gefehlt hat“, hofft Scholz, dass man sich im Rat der Entwicklung zu dieser Schreibweise auf Dauer nicht entziehen könne. Außerdem müsse auf die veränderte Rechtschreibpraxis verbunden mit der massenhaften Anwendung des Internets Rücksicht genommen werden. „Als Norm der Jugend kann und darf man sich dem nicht entziehen“, sagte Scholz, der davon ausgeht, dass der Rat zumindest bis Anfang August ein Mal pro Monat zusammen trifft, „alles andere wäre Augenauswischerei“.


Neben Scholz, Zilk und Blüml gehören der ehemalige Kultur-Ressortleiter der „Presse“, Hans Haider, der Germanistik-Professor Richard Schrodt (Uni Wien), der Autor Ludwig Laher, der Geschäftsführer des Schulbuchverlags öbv&hpt, Georg Glöckler, Günter Lusser von der Pädagogischen Akademie Feldkirch sowie Ulrike Steiner, Redakteurin des Österreichischen Wörterbuchs, zu den österreichischen Vertretern im Rechtschreib-Rat.

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