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Schock über Tod von Kates Krankenschwester

Mit Bestürzung haben Politiker und die Öffentlichkeit auf den Tod der Londoner Krankenschwester reagiert, die auf einen Scherzanruf aus Australien hereingefallen war. Vor dem Krankenhaus in London legten Menschen am Samstag Blumen nieder. In Australien richtete sich der Zorn gegen den Sender 2DayFM und die Moderatoren.
Sender für Scherze berüchtigt
Radiosender ist "schockiert"
Statement des Krankenhauses
Krankenschwester ist tot
Telefonstreich im Krankenhaus


Jacintha Saldanha hatte den Anruf einer Radiomoderatorin, die sich als Queen ausgab, zu der Station durchgestellt, auf der die schwangere Frau von Prinz William behandelt wurde. Als sich der Anruf als Scherz entpuppte, wurde zunächst das Krankenhaus kritisiert. Am Freitag wurde die Schwester tot in ihrer Wohnung gefunden. Die Ermittler schlossen Fremdverschulden aus. Die britischen Medien gingen angesichts der Umstände von einem Selbstmord der Schwester aus. Die Polizei machte noch keine Angaben zur Todesursache.

Das Londoner Krankenhaus verurteilte in einem Brief an den Rundfunksender die Aktion als “wahrhaft entsetzlich”. “Ich schreibe Ihnen, um auf das Schärfste gegen den Telefonstreich Ihres Senders 2DayFM zu protestieren”, hieß es in einem Brief des Klinikpräsidenten Simon Glenarthur an den australischen Rundfunk, wie am Samstag aus einer Erklärung der Klinik hervorging. Die unmittelbare Folge des “vorsätzlichen und unüberlegten” Streichs sei die “Demütigung zweier aufopfernder Krankenschwestern” gewesen, die nur ihren Job gemacht hätten, nämlich sich um die Patienten zu kümmern. Die zweite Folge, der Tod einer der beiden Pflegerinnen, sei “unbeschreiblich tragisch”, hieß es in dem Brief.

Die Moderatorin Mel Grieg und ihr Kollege Michael Christian, der im Hintergrund Prinz Charles mimte, wurden “aus Respekt für die Familie” der Schwester vom Dienst suspendiert. Rhys Holleran, Chef des Unternehmens Southern Cross Austereo (SCA), dem der Sender gehört, sprach von tiefer Trauer. “Wir sind aber sehr sicher, dass wir nichts Illegales getan haben”, sagte er Reportern. Die Moderatoren hätten unmöglich voraussehen können, dass ihr Scherz so tragische Konsequenzen haben würde.

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