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Schnee und Regen: Weiterhin starke Niederschläge und Wetterwarnungen

Massive Schneefälle in Osttirol.
Massive Schneefälle in Osttirol. ©APA/EXPA/ JOHANN GRODER
Auch am Sonntag sollte es in Oberkärnten und Osttirol weiterhin stark regnen und schneien, stellenweise auch in den südlichen Regionen von Salzburg und Nordtirol.

Hier gelten weiterhin rote und orange Wetterwarnungen, so die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) am Sonntag.

Sonntagabend dürften die Niederschläge im Süden langsam nachlassen und in der Nacht auf Montag allmählich abklingen. Der Montag sollte laut Prognose im Süden trocken und mit etwas Sonnenschein verlaufen.

Banges Warten auf Niederschläge in Kärnten

Verhältnismäßig ruhig ist die Nacht in Kärnten verlaufen. Nach wie vor herrschte vor allem in Oberkärnten Muren- und Lawinengefahr. Die Niederschläge waren jedoch schwächer als erwartet, wodurch die aktuellen Zuflüsse zu den Flüssen niedriger ausgefallen sind. Ein Anstieg werde ab etwa 14.00 Uhr erwartet, fasste Katastrophenschutzbeauftragter Markus Hudobnik gegenüber der APA zusammen.

In den Oberkärntner Gemeindegebieten von Kötschach-Mauthen und Dellach im Gailtal (Bezirk Hermagor) war aufgrund von Lawinen und Murenabgängen, beziehungsweise der Gefahr von Schneebruch eine Sperre von Wegen und Straßen zu den höher gelegenen Ortschaften und Weilern verhängt worden. Auch im Kärntner Lesachtal herrschte akute Muren- und Lawinengefahr, so dass die Gailtalstraße (B111) zwischen Kötschach und der Landesgrenze zu Tirol für den gesamten Verkehr gesperrt wurde. Weiterhin blieb auch die Plöckenstraße von Mauthen auf die Passhöhe gesperrt, teilte die BH Hermagor mit.

"Die Nacht ist soweit dennoch relativ ruhig verlaufen, die Feuerwehreinsätze waren nicht so hoch wie erwartet", berichtete Hudobnik. Das brachte den Einsatzkräften die Möglichkeit, sich für die möglichen weiteren Einsätze der nächsten Tage zu rüsten. Wie der weitere Tag verlaufen werde, sollte die für den Vormittag anberaumte nächste Sitzung des Landeskrisenstab unter Leitung von Katastrophenschutzreferent Landesrat Daniel Fellner zeigen.

Laut ZAMG sind aufgrund der prognostizierten extrem starken Gewitter noch einmal sehr große Niederschlagsmengen in Kärnten zu erwarten. In Unterkärnten werde der Tag trüb und regnerisch verlaufen, Schnee wurde vor allem im Westen oberhalb von 1.700 bis 2.200 Metern Seehöhe erwartet. Der Hydrografische Dienst Kärnten rechnete von Sonntag auf Montag mit Spitzenabflüssen an der Gurk und Glan, die zu einem fünf- bis zehnjährlichen Hochwasser (HQ 5 - HQ 10) führen könnten. Damit wurde die bisherige Prognose nach unten revidiert. An der Oberen Gurk könnten aber auch Abflüsse über HQ 10 erreicht werden. An der Oberen Drau, Gail, Drau mit Gail, Lieser, den Karawankenbächen und der Lavant sei durch die erwarteten Abflüsse auch ein bis zu fünfjährliches Hochwasser möglich.

In Lavamünd wurde von Sonntag auf Montag ein Spitzenabfluss von 1.600 Kubikmetern pro Sekunde erwartet. Um die an der Drau und zugleich tiefst gelegene Kärntner Gemeinde Lavamünd zu schützen, wurden die großen Stauseen an der Drau abgesenkt. Samstagvormittag lag man bei einem Wert von 1.150 Kubikmetern pro Sekunde. In der Stadt herrschte vorerst banges Warten.

Die Regen- und Schneemengen der letzten Tage sind laut ZAMG auf jeden Fall sehr ungewöhnlich. So regnete und schneite es in den 48 Stunden von Freitagfrüh bis Sonntagfrüh stellenweise mehr als in einem gesamten durchschnittlichen November: In Kötschach-Mauthen wurden 175 Millimeter gemessen, während ein durchschnittlicher November auf 176 Millimeter kommt. In Obervellach waren es 160 Millimeter (gesamter Novemberdurchschnitt: 94 Millimeter), in Dellach/Drautal 150 Millimeter (138 Millimeter) und in Lienz 125 Millimeter (91 Millimeter).

Schulen in Osttirol sollen auch am Montag geschlossen bleiben

Aufgrund der außergewöhnlichen Wettersituation hat die Bildungsdirektion Tirol den Schulleitern aller Pflichtschulen sowie der mittleren und höheren Schulen in Osttirol dringend empfohlen, die Schulen auch am Montag noch geschlossen zu halten. Dies teilte die Bildungsdirektion am Sonntag in einer Aussendung mit.

Damit soll eine mögliche Gefährdung auf dem Schulweg vermieden werden, hieß es. Die Empfehlung gelte vorläufig nur für Montag. Für die weiteren Tage soll die Situation am Montag neu bewertet werden.

Indes war es im Laufe des Sonntagvormittags neuerlich zu Stromausfällen gekommen. Rund 2.000 Haushalte waren Sonntagmittag ohne Stromversorgung. Die schweren Niederschläge würden laufend zu Baumstürzen und Seilrissen führen, teilte die Tinetz mit. Wetter- und gefahrenbedingt waren die Arbeiten nur eingeschränkt möglich. 90 Monteure waren in Osttirol im Einsatz.

Da sich das Wetter in Nordtirol am Sonntag ebenfalls verschlechterte, setzte die Tinetz alle verfügbaren Kräfte in Bereitschaft. Der Stromversorger sprach von einer Situation, "wie wir sie noch nie hatten". Auch aus benachbarten Bundesländern wurden für die kommenden Tage zusätzliche Montagekräfte angefordert.

(APA/Red)


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