Schnee-Chaos in Wien und NÖ: Heftiges, aber kurzes Winter-Intermezzo

Der starke Schneefall führte in Niederösterreich und Wien zu teilweise massiven Verkehrsbehinderungen
Der starke Schneefall führte in Niederösterreich und Wien zu teilweise massiven Verkehrsbehinderungen ©APA
Am Montag hat der Winter im Osten Österreichs ein heftiges, aber voraussichtlich kurzes Lebenszeichen gesetzt. Vor allem in Niederösterreich gab es immer wieder Probleme auf den Straßen, in Wien bremste der viele Schnee auch den öffentlichen Verkehr und in Schwechat die Luftfahrt.
Heftiger Schneefall in Wien
Feuerwehreinsätze in NÖ
Schnee in Wien: Leserreporter
Straßenbahn entgleist
Bim-Störung am Ring
Unfälle rund um Wien
Kurzparkzonen gelten nicht
Zugausfälle & Verspätungen
A23: Sperre wegen Schnee
Flugverkehr beeinträchtigt

Dank steigender Temperaturen und Regen sollte der weiße “Spuk” aber bald vorbei sein.

In der Nacht Regen statt Schnee

Bis Montagabend dürften im Wiener Stadtgebiet durchschnittlich fünf bis sieben Zentimeter Neuschnee zusammenkommen, im Wienerwaldgebiet bis zu zehn Zentimeter. “Es ist aber nur ein kurzes Intermezzo, heute Abend folgt in Wien schon der Regen”, erfuhr die APA bei der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG). In den Abendstunden sollten die Temperaturen bereits im Plusbereich liegen, für Dienstag wurden fünf bis sechs Grad prognostiziert. “Spätestens Dienstagvormittag ist der Schnee wieder weg. Ab Mittwoch folgt landesweit Hochdruckeinfluss mit viel Sonne vor allem auf den Bergen und Nebel oder Hochnebel in den Niederungen, aber tagsüber durchwegs mit Plusgraden”, so die Vorhersage.

“Gatsch in Sicht” – Temperaturen steigen

Rund ums Wetter in Ostösterreich haben die Meteorologen Montagnachmittag Besserung verheißen. “Im Wiener Raum werden die Niederschläge langsam nachlassen”, sagte ein Fachmann von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik auf der Hohen Warte. Mit ab 18.00 bis 19.00 Uhr langsam auf Plusgrade umschwenkenden Temperaturen würde es bei Niederschlägen Richtung Regen gehen.

Die heftigsten Schneefälle wurden Montagnachmittag noch im Mostviertel registriert. Tagsüber sollte es aber am Dienstag bereits Temperaturen zwischen fünf und sechs Grad plus geben. Für Wien und Umgebung lautete demnach die Prognose des Meteorologen: “Gatsch in Sicht”. Als “Hot Spot” waren auf der Hohen Warte in Wien-Döbling zehn bis zwölf Zentimeter Schnee registriert worden, sonst waren es zumeist weniger.

Langsame Entspannung im Großraum Wien

“Wir hatten wetterbedingt ein paar Unfälle, aber es war nicht so arg”, sagte Montagnachmittag ein Sprecher der Wiener Polizei. Ähnlich lautete die Diagnose der Wiener Feuerwehr. “Zwei, drei wetterbedingte Einsätze, weil Schwerfahrzeuge auf Steigungen hängen geblieben waren. Sonst relativ ruhig.” Und bei der Wiener Berufsrettung war schließlich ebenfalls Entspannung eingetreten. Ein Sprecher: “Eigentlich ist es eher ruhig.” Die punktuell zum Teil längeren Anfahrtszeiten seien wieder weitgehend vorüber. Massenhaft anfallende Patienten mit Beinbruch & Co. habe man nicht registriert.

Mit einem Mix an Problemen hatten es die Wiener Linien zu tun: Schnee, manchmal blockierte Weichen, langsamerer sonstiger Verkehr, Blechschäden mit Folgewirkungen im öffentlichen Verkehr. Montagabend gab es am Ring beim Parlament eine längere Schlange an Straßenbahngarnituren. Der Grund war eine blockierte Weiche gewesen.

MA 48 in Wien voll gefordert

Der Schnee sorgte seit der Früh für viel Arbeit: 1.300 Einsatzkräfte der MA 48 rückten mit 350 Fahrzeugen aus. Trotzdem kam es zu Verzögerungen bei Bussen und Straßenbahnen. “Wir haben die volle Schneealarmstufe ausgerufen”, sagte ein Sprecher der Wiener Linien zur APA: “250 Leute sind im Einsatz.” Auf der Wiener Außenringautobahn (A21) wurde für alle Lkw über 3,5 Tonnen ein Fahrverbot verhängt.

Schnee: A1 und A22 in NÖ blockiert

Zuvor allerdings hatte es in Wien und Niederösterreich Probleme auf den Straßen gegeben. In Wien bremste der viele Schnee auch den öffentlichen Verkehr, in Schwechat die Luftfahrt. Passagiere wurden aufgefordert, sich vor der Fahrt zum Flughafen über den Status ihrer Verbindung zu erkundigen. Zunächst hatte der Schnee vor allem im Straßenverkehr für viel Arbeit gesorgt: 1.300 Einsatzkräfte der MA 48 rückten mit 350 Fahrzeugen aus. Trotzdem kam es zu Verzögerungen bei Bussen und Straßenbahnen. In Wien wurde die Kurzparkregelung Montag ab 14.30 Uhr aufgehoben (bis 24.00 Uhr).

Die niederösterreichischen Rettungsdienste waren bei Winterwetter am Montag bis in die späten Nachmittagsstunden laut einer Bilanz von “Notruf NÖ” zu 43 Verkehrsunfällen ausgerückt. 31 der Karambolagen forderten auch Personenschaden, teilte Sprecher Stefan Spielbichler mit. Eine Person wurde getötet, außerdem gab es drei Schwer- und 41 Leichtverletzte.

Der ARBÖ registrierte am Montag bis 15.00 Uhr rund 700 Einsätze, vier Mal mehr als sonst. Es gab 70 Anforderungen zum Abschleppen von Unfallwagen, was die doppelte Menge eine sonst “normalen” Montags bedeutete.

Verkehr: Auf A1 und A22 kein Weiterkommen

In Niederösterreich war die Richtungsfahrbahn Salzburg der A1 (Westautobahn) bei Amstetten erneut blockiert, ein Schwerfahrzeug mit Anhänger hatte sich bei winterlichen Bedingungen quer gestellt. Erst am Sonntagnachmittag hatte sich etwa elf Kilometer weiter westlich eine Massenkarambolage mit 40 Kfz ereignet, während parallel dazu 26 Fahrzeuge auf der Richtungsfahrbahn Wien in einen Unfall verwickelt waren.

Probleme gab es weiters u.a. auf der A22 im Raum Stockerau – Korneuburg. Unpassierbar war die B1 beim Riederberg im Wienerwald, die B7 zwischen Drasenhofen und Poysdorf aufgrund hängen gebliebener Schwerfahrzeuge erschwert befahrbar. Abschnittsweise musste man in ganz Niederösterreich mit Schneeverwehungen rechnen. In höheren bzw. alpinen Lagen galt Kettenpflicht für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen.

Winter-Einbruch: Störungen am Flughafen

Auch auf dem Flughafen Wien in Schwechat kam es zu Verzögerungen. Probleme bei Starts und Landungen bereitete vor allem der starke Seitenwind. Nur die Piste 29 stand zur Verfügung. Verspätungen habe es auch deshalb gegeben, weil alle Maschinen zum Enteisen mussten, sagte ein Sprecher auf APA-Anfrage. Der Winterdienst stand im Dauereinsatz. An Passagiere erging seitens der Flughafen Wien AG die Aufforderung, sich vor Reiseantritt nach dem Status ihres jeweiligen Fluges zu erkundigen.

Probleme im Zugverkehr

Die Verkehrslage auf der Schiene blieb im Osten Österreichs auch Montagnachmittag “sehr angespannt”, berichteten die ÖBB. An Fahrgäste erging sogar die Empfehlung, “nicht zwingend notwendige Reisen zu verschieben”. Der IC-Verkehr auf der Weststrecke endete am Nachmittag bereits in St. Pölten, weil laut ÖBB “die erforderlichen Kapazitäten am Wiener Westbahnhof nicht mehr gegeben” waren. Fahrgäste mussten auf den Railjet (bis Westbahnhof) oder auf die Nahverkehrszüge (bis Wien-Hütteldorf) umsteigen. ICE-Züge liefen nur bis Wien-Meidling, der Flughafen Wien in Schwechat wurde vorübergehend nicht mehr angefahren. ÖBB-Fahrausweise galten am Montag auch in der Kernzone 100.

Auf der Südstrecke wendeten Fernverkehrszüge am Nachmittag schon in Wiener Neustadt. Reisende wurden dort auf den Regionalverkehr verwiesen. Einzelne Regionalzüge fielen aus.

Lawinengefahr erheblich

In mehreren Bundesländern war am Montag die Lawinengefahr noch einmal gestiegen. In Kärnten beispielsweise wurde sie verbreitet als “erheblich” eingestuft. In Höhenlagen ab 2.200 Meter herrschte teilweise sogar Warnstufe 4, ebenso in Niederösterreich und Tirol. Verantwortlich ist ein Mix aus Neuschnee und Sturm.

(apa/red)

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