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Schönborn trifft Opferbeauftragte Klasnic in Wien

Kardinal Schönborn trifft nach dem Bußgottesdienst Mittwochabend im Stephansdom am Donnerstag erstmals offiziell die von ihm ernannte "unabhängige Opferbeauftragte" für kirchliche Missbrauchsfälle, Waltraud Klasnic. Gegen Mittag wird es eine Zusammenkunft im Erzbischöflichen Palais in Wien geben. Danach wird Klasnic den Medien Rede und Antwort stehen.

Bei dem Treffen soll über die Bildung einer Kommission mit der ehemaligen steirischen Landeshauptfrau als Vorsitzende beraten werden. Die “unabhängige Kommission” soll Ende April ihre Arbeit aufnehmen.

Schönborn hatte am Wochenende angekündigt, die in großer Zahl bekannt gewordenen Missbrauchsfälle in Kirchenkreisen durch eine “unabhängige” Kommission aufarbeiten zu lassen. Diese soll von der Amtskirche finanziert werden, was Kirchenkritiker bemängeln. Auch Klasnic ist nicht unumstritten, da sie unter anderem als Vorsitzende des Dachverbandes “Hospiz Österreich” enge Kontakte zur Kirchenleitung pflegt.

Am Vorabend hatte Schönborn bei einem Buß- und Klagegottesdienst vor rund 3.000 Gläubigen ein Schuldbekenntnis im Namen der Kirche abgelegt. “Wir, Gottes Volk, seine Kirche, tragen miteinander an dieser Schuld”, lautete seine Kernbotschaft.

Darin wurde unter anderem auch bekannt, dass man “die Leiblichkeit” nicht wertgeschätzt habe und an der Aufgabe, “Sexualität gut zu leben”, gescheitert sei. Schönborn: “Einige von uns haben sexuelle Gewalt angewendet.” Außerdem wurde zugegeben, “dass wir vertuscht und ein falsches Zeugnis gegeben haben”.

In seiner Predigt betonte Schönborn: “In dieser Stunde sind Predigtworte daneben, sie können nur peinlich werden, oft verletzend. Schweigen wäre angebracht.” In letzter Zeit sei in der Kirche vieles aufgebrochen, so Schönborn. Nun werde weniger weggeschaut, “aber es bleibt viel zu tun”.

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