Schönborn drängt auf Lösung "brennender Fragen"

Der Vorsitzende der katholischen Bischofskonferenz, der Wiener Kardinal Christoph Schönborn, wünscht sich von der nächsten Regierung die Lösung "brennender Fragen".

“Wir können nicht die nächsten Generationen belasten mit der Nicht-Lösung der Probleme, die jetzt anstehen”, sagte Schönborn. Unter anderem drängt Schönborn auf mehr Geld für die Entwicklungshilfe und die Lösung der Pflegeproblematik.

Nach dem Scheitern der bisherigen Großen Koalition zieht Schönborn eine ernüchternde Bilanz. “In weiten Teilen der Bevölkerung ist daher eine resignative Grundstimmung zu spüren, die die Fundamente der Demokratie ernsthaft gefährden kann”, heißt es in einer Erklärung der am Donnerstag abgeschlossenen Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz. Schönborn forderte daher mehr politisches Engagement der Christen. Man müsse fragen “Was tue ich für die Republik?” und nicht nur “Was tut die Republik für mich?”. Populismus könne sicher nicht die Antwort sein.

Von der neuen Regierung fordert Schönborn unter anderem eine Informationspflicht über Hilfsmöglichkeiten für “Schwangere in Notsituationen” vor Abtreibungen. Eine verpflichtende Schwangeren-Beratung wie in Deutschland, wo sich die katholische Kirche 2002 nach einer Weisung aus Rom aus der Beratung zurückgezogen hat, lehnt Schönborn ab. Mit Blick auf die EU-Arbeitszeitrichtlinie drängte der Kardinal außerdem auf die Verteidigung des arbeitsfreien Sonntags.

Für Familien verlangte Schönborn mehr “materielle und immaterielle” Förderung. Allerdings lässt der Kardinal nur die “dauerhafte Gemeinschaft von Mann und Frau, die für Kinder offen ist” als Familie gelten. Alleinerzieherinnen fallen damit offenbar nicht unter den katholischen Familienbegriff.

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