Schmied will mehr Lehrer mit Migrationshintergrund

Unterrichtsministerin Schmied will mehr Lehrer mit Migrationshintergrund an Österreichs Pflichtschulen. Sie werde in dieser Hinsicht auch "Maßnahmen setzten", kündigte Schmied zu Beginn einer Mehrsprachigkeitskonferenz in Brüssel an.

Derzeit gebe es nur 320 Pädagogen an den heimischen Schulen – etwa ein halbes Prozent – die in insgesamt 20 Sprachen “muttersprachlichen Zusatzunterricht” lehrten. “Der Erfolg der Bildungspolitik wird vom Erfolg in der Integration abhängen”, betonte die Ministerin. Die Einrichtung türkischer Schulen und Universitäten, wie sie der türkischen Ministerpräsidenten Erdogan für Deutschland gefordert hat, wolle sie “so nicht, aber anders”. Grundsätzlich müssten bilinguale Schulsysteme verstärkt und der muttersprachliche Unterricht gefördert werden.

Derzeit haben etwa 27.000 Schüler in Österreich Zusatzunterricht in ihrer Muttersprache – etwa 4,3 Prozent aller Pflichtschüler. Man müsse “Sprache als Schatz” begreifen und sie nicht zuletzt als Teil der Identität fördern. Gleichzeitig müsse aber auch die Sprache des neuen Heimatlandes und die Sprache der internationalen Kommunikation vermittelt werden.

Als Beispiel für eine gelungene Form der Sprachenvermittlung führte die Unterrichtsministerin eine Schule in der Neustiftgasse in Wien an, wo in Kleinstgruppen die Sprachen der Nachbarländer mit “native speaker” gesprochen und gelernt werden. Mit diesem “Tandemunterricht” lernten auch die österreichischen Schüler perfekt Ungarisch, Tschechisch oder Kroatisch.

Schmied räumte ein, dass es nicht leicht werde, ausreichend Lehrer mit nicht-österreichischen Wurzeln in Österreich auszubilden. “10 Prozent wäre schon gut im Pflichtschulbereich”, sagte sie. Helfen sollte dabei eine neue Abteilung im Ministerium, in der das Thema “Integration” konzentriert wird.

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