Schmeichelhafte Porträts durch Reflektoren

Probleme beim Shooten von Portraits? Wir haben die passenden Tipps!
Probleme beim Shooten von Portraits? Wir haben die passenden Tipps! ©Canon
Nicht immer ist das vorhandene Licht optimal, um ein Motiv richtig auszuleuchten, auch wenn auf den ersten Blick alles perfekt erscheint. Vor allem bei Personenaufnahmen fallen trotz – oder besser gesagt, gerade wegen – des strahlenden Sonnenscheins oft störende Schatten auf das Gesicht, die aus dem Bild zwar eine nette Urlaubserinnerung, aber keineswegs ein tolles Foto machen, das man gerne herumzeigt oder vielleicht auch im Internet postet.

Ein Aufhellblitz kann dem zwar ein wenig entgegenwirken, das Ergebnis bleibt allerdings dem Zufall überlassen und erscheint in den meisten Fällen ziemlich unnatürlich.

Reflektoren: Technik, die nicht viel kostet

Professionelle Fotografen behelfen sich da mit so genannten Reflektoren – eine Technik, die nicht viel kostet, aber mit ein wenig Übung verblüffende Resultate liefert, da der Benutzer die völlige Kontrolle über die tatsächliche Ausleuchtung des Motivs hat. Auch für interessierte Einsteiger ist es durchaus einen Versuch wert, mit den glänzenden Scheiben das Licht so umzulenken, dass das Motiv im wahrsten Sinn des Wortes in einem bislang ungeahnten Glanz erstrahlt.

Da der Platz in der Fotoausrüstung vor allem bei Hobbyfotografen meist beschränkt ist, und meistens auch kein Team aus Assistenten zur Stelle ist, die das ganze Zubehör tragen, empfiehlt sich für den Einstieg ein Set aus so genannten Faltreflektoren. Es handelt sich dabei um Folien, die auf einen biegbaren Metall- oder Kunststoffrahmen gespannt sind, der sich ganz klein zusammenfalten lässt, bei Bedarf aber mit einer Handbewegung auf seine volle Größe aufgespannt werden kann. Kleine Reflektoren mit etwa 30 Zentimetern Durchmesser findet man schon um weniger als 10 Euro, dennoch lohnt es sich, ein paar Euro mehr drauf zu legen, und gleich ein Set aus größeren Reflektoren mit beispielsweise einem Meter zu erstehen – damit ist es wesentlich leichter, das Licht tatsächlich in die gewünschten Bahnen zu lenken. Da es eine Digitalkamera erlaubt, die Fotos unmittelbar nach dem Auslösen zu kontrollieren, und Fehlversuche auch nichts kosten, kann man mit den Reflektoren ruhig herumspielen und experimentieren, bis man die neue Lichtquelle im Griff hat und die Effekte später schon im Vorfeld richtig einschätzen kann.

Die Grundausstattung

Zur Grundausstattung jedes Sets gehören eine gold- und eine silberfarbene Folie. Mit dem silbernen Reflektor lässt das Sonnenlicht ziemlich unverfälscht einfangen und auf das Zielobjekt umleiten, und da das Licht sehr hell ist, entstehen neue, harte Schatten, die sich gezielt einsetzen lassen, um dem Bild einen besonderen Ausdruck zu verleihen.

Für Porträtfotos ist normalerweise die goldfarbene Folie besser geeignet, da sie ein weiches Licht erzeugt, ähnlich der Stimmung bei einem Sonnenuntergang, und dieses goldene Licht schmeichelt in den meisten Fällen auch der Haut ganz besonders. Die Lichtmenge, die reflektiert wird, ist allerdings schwächer als bei einem silbernen Reflektor. Deshalb ist in den meisten Sets auch ein gemusterter Reflektor enthalten, der die Eigenschaften beider Folien in sich vereint. In welcher Situation welcher Schirm angebracht ist, lernt man am besten durch eigene Versuchsreihen.

Auch ein reinweißer Reflektor hat seine Vorteile, vor allem, wenn es darum geht, Gegenstände möglichst realistisch abzulichten: Er ist aber farblich neutral, und verursacht auch nur schwache, weiche Schatten.

Tipps für den Umgang mit dem Reflektor

In der Praxis kann es eine kleine Herausforderung sein, in einer Hand die Kamera zu halten, während man mit der anderen versucht, den Reflektor optimal auszurichten. Am besten stellt man die Kamera auf ein Stativ – auf diese Weise ist man auch gleich gegen versehentliche Verwackler gefeit und kann auch mit längeren Belichtungszeiten experimentieren. Zur Not kann man freilich den Reflektor auch einem Gehilfen in die Hand drücken, allerdings ist es gar nicht so einfach, dieser Person dann zu vermitteln, wie sie den Reflektor genau halten soll, da schon Schwankungen von wenigen Millimetern ein völlig anderes Beleuchtungsszenario erzeugen können.

(Text: Uwe Fischer)

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