Schloss Neugebäude

Bernhard Vogl - http://dativ.at/fotos/neugebaeude/
Bernhard Vogl - http://dativ.at/fotos/neugebaeude/
Das Schloss Neugebäude war einer der größten Renaissancebauten nördlich der Alpen und wurde erst ca. 1580 ganz fertiggestellt.

Um die Mitte des 16. Jahrhunderts befahl Kaiser Maximilian II. die errichtung eines neuen Lustschlosses. Es wurde im heutigen Simmering (damals hauptsächlich Wald) errichtet und “Neugebäude” genannt.

Der Bau wurde aber von Maximilians Sohn Rudolf wenig genutzt und verfiel langsam. Zwar feierte Rudolfs Bruder Matthias noch einige Feste dort, aber 1683 wurde es von den Türken okkupiert und als Magazin benutzt. Die Kuruzzen zerstörten 1704 große Teile der Anlage. Schließlich übergab Kaiserin Maria Theresia, die längst in Schönbrunn residierte, das Neugebäude dem Militär. Außerdem verwendete die praktische Kaiserin viele Steinteile des alten Schlosses für Schönbrunn: Fast alle Stiegen und auch die Gloriette sowie die romantisierende römische Ruine bestehen daraus.

Den Torso des Schlosses kann man heute am Ende der Neugebäudestraße am nördlichen Rand des Urnenfeldes des Zentralfriedhofes sehen. Es wird gelegentlich für Märkte, Feste und Kinovorführungen genutzt.

Ursprünglich wurde für das Schloss hauptsächlich der damals härteste verfügbare Kalkstein – der Kaiserin – verwendet, der aus einem Steinbruch in der Nähe von Bruck an der Leitha stammte. Daher kommt auch die Gründung und Benennung des Ortes Kaisersteinbruch.
(aus dem Buch “Wiener Sammelsurium” von Harald Havas erschienen im Pichler Verlag)

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