Schüler und Studenten schufen Heizsystem für Salzburgs Obus-Leitungen

Setzt sich in der Stadt Salzburg Frost an den Oberleitungen für die Obusse an, stehen für 15 bis 20 Minuten sämtliche Busse und damit der gesamte Verkehr still. Doch dieses Szenario soll bald der Vergangenheit angehören: Schüler der HTL Salzburg und Studierende der Fachhochschule St. Pölten haben für die Salzburg AG eine neue Heizung entwickelt.
Damit sollen die Busse auch während der Heizphase weiterfahren können.

Bisher wurde das Obus-Netz enteist, indem ein künstlicher Kurzschluss erzeugt wurde. “Dies ist jedoch nur in der Nacht möglich, da der Kurzschluss ansonsten ja die gesamte Busflotte lahmlegen würde. Zudem bedarf diese Methode viel Energie und beansprucht die Infrastruktur in hohem Maße”, so Projektmitarbeiter David Hahn vom Studiengang Industrial Simulation der FH St. Pölten.

“Das neue System funktioniert ohne Kurzschluss. Die Heizung ist von kalt bis warm regelbar wie bei einem Auto, und vor allem können die Busse während des Heizens weiterfahren”, erläutert Andreas Randacher, der Leiter des Elektroservices im Bereich Verkehr der Salzburg AG, im APA-Gespräch. Eine neue Software sorgt außerdem dafür, dass die Beheizung vollautomatisch erfolgt. Das Programm wertet Wetterdaten wie Temperatur oder Windstärke aus uns beginnt überall dort zu wärmen, wo es gerade notwendig ist. Diese Software wurde in St. Pölten entwickelt und ist bereits fertig. Die Hardware kommt von der HTL Salzburg. Laut Randacher soll der Prototyp noch in diesem Winter getestet werden, im kommenden Jahr soll das neue System flächendeckend in Betrieb gehen.


Neue Heizung ist auch Frühwarnsystem für Gefahren

Aber auch an heißen Sommertagen, an denen übermäßige Hitze die Kupferdrähte durchhängen lässt, bietet die Software künftig Hilfe: Es kann als Frühwarnsystem rechtzeitig auf allfällige Gefahren hinweisen.

Die Kosten für die vier Schaltelemente werden laut Randacher ungefähr 80.000 bis 100.000 Euro betragen. Da mit dem neuen System aber Stromkosten eingespart werden, erwartet er, dass es sich in zwei bis drei Jahren amortisiert hat. Nicht eingerechnet sei dabei, was an Zeit eingespart wird, wenn nicht mehr zwei- bis dreimal im Jahr 80 Busse mit ihren Fahrgästen und auch viele andere Verkehrsteilnehmer im Stau stehen müssen.

Das neue Heizsystem ist nicht nur fürSalzburg konzipiert, sondern für alle größeren Verkehrssysteme einsetzbar und bleibt dabei keineswegs nur auf Obusse beschränkt. Denn auch bei Zügen, die mit Gleichstrom fahren, könnte dieses System in Zukunft angewendet werden.

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