Schlechtes Honorar: Gerichtsdolmetscher streiken am 17. September

Am 17. September legen die Gerichtsdolmetscher ihre Arbeit nieder.
Am 17. September legen die Gerichtsdolmetscher ihre Arbeit nieder. ©APA/GEORG HOCHMUTH (Themenbild)
Am 17. September legen die Gerichtsdolmetscher ihre Arbeit nieder. Sie wollen auf die anhaltend schlechte Bezahlung aufmerkam machen.
Griss fordert bessere Bedingungen

Um auf ihre anhaltend schlechte Bezahlung aufmerksam zu machen, legen die Gerichtsdolmetscher am 17. September die Arbeit nieder. Damit können an diesem Tag bundesweit keine Verhandlungen stattfinden, an denen die Beteiligung von Gerichtsdolmetschern erforderlich wäre. Im Wiener Landesgericht für Strafsachen wird dafür eine Protestveranstaltung stattfinden.

Dolmetscher fordern gerechte Bezahlung für kompetente Leistung

"Wir fordern gerechte Bezahlung für kompetente Leistung", meinte Elisabeth Prantner-Hüttinger, Mediensprecherin des Österreichischen Verbands der Allgemein Beeideten und Gerichtlich Zertifizierten Dolmetscher, am Dienstag im Gespräch mit der APA. Die Arbeit der Dolmetscher wird in den meisten Fällen nach den Sätzen des Gebührenanspruchsgesetzes honoriert. Seit 2007 hat es allerdings keine Index-Anpassung mehr gegeben, was laut Dolmetscher-Verband aufgrund der Inflation für die Betroffenen einen Einkommensverlust von 22,5 Prozent bewirkt habe. Die Diskrepanz zwischen gesetzlichem Tarif und allgemeiner Marktlage betrage ein Viertel. Für ihre Arbeit für Gerichte und Staatsanwaltschaften erhalten die Übersetzer rund 25 Euro, die noch zu versteuern sind.

Schlecht honoriert: Nachwuchs schwer zu finden

"Dass bei einer derartigen Entlohnung kaum mehr Nachwuchs zu finden ist, versteht sich von selbst", betonte Andrea Bernardi, die Präsidentin des Verbands, vor kurzem in einer Presseerklärung. Die Anzahl der zertifizierten Gerichtsdolmetscher hat sich in den vergangenen zehn Jahren auf 700 halbiert. Für die Justizbehörden wird es folglich immer schwieriger, geeignete Dolmetscher für ihre Verhandlungen zu finden. Die Richtervereinigung unterstützt daher deren Forderungen nach marktgerechter Entlohnung, vereinfachter Regeln bei der Honorarabwicklung und Erleichterungen beim Verwaltungsaufwand.

(APA/Red)

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