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"Schlaues Füchslein" an der Staatsoper: Jubel für Otto Schenk als Märchenonkel

Szene aus der Oper "Das schlaue Füchslein"
Szene aus der Oper "Das schlaue Füchslein" ©APA
Regiedoyen Otto Schenk ist noch einmal an die Wiener Staatsoper zurückgekehrt - und hat das Märchenland im Gepäck: Nach 26 Jahren Pause hat der 84-jährige Altmeister am Mittwochabend mit Leos Janaceks "Das schlaue Füchslein" erstmals wieder eine Premiere für das Haus am Ring entworfen.
"Schlaues Füchslein": Bilder

Das treue Staatsopernpublikum empfing den Doyen für seine liebliche Waldinszenierung mit einhelligen Bravorufen. Die große Rückkehr geschah dabei mit einer großen Erstaufführung, war Janaceks Parabel vom Kreislauf von Werden und Vergehen doch bis dato nie in der Staatsoper zu hören gewesen. Als letzte Premiere der Saison setzt sie nun aber den begonnenen Janacek-Zyklus am Haus fort. Und Otto Schenk bleibt seinem Stil auch in dieser Tierparabel treu.

Originalgetreue Leo-Janacek-Adaption

Sein “Füchslein” hält sich eng an die Vorgaben des Librettos und verwandelt die Bühne in eine märchenhafte, liebliche Welt. Bei Schenk sind die dunklen Parallelen zwischen Tier- und Menschenwelt im idyllischen Ambiente nur rudimentär ausgearbeitet. Sein “Füchslein” ist optisch kindgerecht, fokussiert letztlich ganz auf die Fabelelemente des Librettos und enthält sich dabei praktisch jeder Eigeninterpretation abseits der Regieanweisungen. Einzig etwas feministischer ist sein Füchslein gestaltet, wenn es nach seiner emanzipatorischen Brandrede an die Hennen am Bauernhof lediglich den Hahn tötet und nicht das gesamte Federvieh.

Moosiges Bühnenbild an der Staatsoper

Für ihr Staatsoperndebüt hat Ausstatterin Amra Bergman-Buchbinder einen aufwendigen, moosigen Wald geschaffen, durch den Hase und Igel im Morgendunst in amüsanter Bewegungsmimikry in witzigen Kostümen hoppeln. Bewegliche Baumstämme dienen als raumdefinierende Elemente, mit deren Hilfe Spielflächen geschaffen werden, die der in Personenführung kundige Schenk weidlich auszunutzen weiß.

Dabei spielte und sang sich vor allem die israelische Sopranistin Chen Reiss in der Titelrolle mit ihrem lyrischen und doch geerdeten Sopran in die Herzen des Publikums – stilistisch mehr Amsel als Nachtigall und dabei immer neckisch. Als ihr Pendant lieferte Gerald Finley als Förster eine tadellose Leistung, wohingegen Hyuna Ko als Fuchs immer wieder durch unsaubere Dynamikwechsel aufhorchen ließ.

Spielfreude beim “Schlauen Füchslein”

Auch im Orchestergraben fand sich ein Experte und bekennender Freund von Janaceks Musik: Nachdem er erst im Mai mit dem Cleveland Orchestra das “Füchslein” gespielt hatte, zeigte sich Generalmusikdirektor Franz Welser-Möst am Mittwoch auch in Wien voller Spielfreude. Er nimmt eher den großen Bogen, lässt das Kammermusikalische des Beginns bald einem schnellen, percussionzentrierten Duktus weichen. Mit Wald- und Wiesenkitsch hält sich Welser-Möst nicht auf und nimmt das Staatsopernorchester zugleich im Zweifelsfall stets gegenüber den Sängern zurück.

Letzte Oper von Otto Schenk?

Otto Schenks erste Premiere an der Staatsoper war 1964 Janacek (“Jenufa”), und nun dürfte 50 Jahre später mit dem “Schlauen Füchslein” Janacek auch am Ende eines langen gemeinsamen Weges stehen. So hatte der Regieveteran im APA-Gespräch versichert, keine neue Oper mehr inszenieren zu wollen: “Ich habe es wirklich fest vor. Es geht an den Rand der gesundheitlichen Machbarkeit. Es bedarf einer Riesenanstrengung, nicht daran zu sterben.”

“Prihody lisky bystrousky” (Das schlaue Füchslein) von Leos Janacek in der Regie von Otto Schenk unter Franz Welser-Möst am Pult des Staatsopernorchesters in der Staatsoper, Opernring 2, 1010 Wien. Ausstattung: Amra Buchbinder.

Mit Chen Reiss/Füchslein Schlaukopf, Gerald Finley/Der Förster, Wolfgang Bankl/Haraschta, Donna Ellen/Försterin und Eule, James Kryshak/Schulmeister, Andreas Hörl/Pfarrer und Dachs, Wolfram Igor Derntl/Gastwirt Pasek, Sabine Kogler/Gastwirtin Pasek, Hyuna Ko/Fuchs, Ilseyar Khayrullova/Dackel, Heinz Zednik/Hahn, Lydia Rathkolb/Schopfhenne, Maria Gusenleitner/Eichelhäher, Ilseyar Khayrullova/Specht, James Kryshak/Mücke, Hila Fahima/Henne, Bryony Dwyer/Henne, Juliette Mars/Henne, Barbara Reiter/Henne, Isabel Leibnitz/Henne, Cornelia Sonnleithner/Henne.

Weitere Aufführungen am 21., 24., 26. und 30. Juni sowie am 8., 12., 14. und 17. November.

(apa/red)

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