Schlagabtausch zwischen Schüssel und Klestil

Zwischen Schüssel und Klestil ist es am Montagabend bei einer Festveranstaltung der Raiffeisen Zentralbank (RZB) in Wien zu einem politischen Schlagabtausch gekommen.

Klestil hatte mit dem Hinweis auf die prekäre politische und wirtschaftliche Lage im Gründungsjahr der RZB (1927) vor politischem Lagerdenken in Österreich gewarnt.

Schüssel hatte daraufhin nach Angaben des ORF-Fernsehens in seiner Rede gesagt, “kein Mensch” käme auf die Idee, dieses Jahr mit der heutigen Situation zu vergleichen. Während im Jahr 1927 der Justizpalast gebrannt habe und Arbeitslosigkeit geherrscht habe, sei Österreich heute eine “blühende Republik” mit 3,1 Millionen Beschäftigten, in der sozialer Friede herrsche, so Schüssel laut ORF.

In Abweichung von seinem Manuskript hatte Klestil zuvor in seiner Festrede anlässlich der von der RZB veranstalteten Osteuropa- Konferenz “Europe without Frontiers” gewarnt: “Politisches Lagerdenken hat zu keiner Zeit Vorteile für unser Land gebracht.” Wolle man die Staatsbürger nicht schon im Vorhinein entmündigen, müsse man “alle Möglichkeiten künftiger Zusammenarbeit offen halten”. Im Jahr 1927 sei Österreich in Lager zerrissen gewesen und ideologisches Denken habe auch die wirtschaftspolitische Diskussion bestimmt.

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