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Schinkels bleibt trotz Niederlage

Trotz des Rückfalls auf den letzten Tabellenplatz bleibt Frenkie Schinkels zumindest vorerst Trainer des amtierenden österreichischen Fußball-Doublegewinners FK Austria.

Darauf einigten sich Sportdirektor Peter Stöger und Schinkels in einem ausführlichen Gespräch nach der 0:1-Niederlage am Samstag in Altach. Unmittelbar nach Spielende hatte der Austria-Coach seine Position noch selbst massiv in Frage gestellt.

„Gleich nach dem Spiel war Frenkie ein bisschen aufgewühlt“, erklärte Stöger die Aussagen seines Betreuers („Wenn man im Verein der Meinung ist, dass ein Trainerwechsel hergehört, dann muss man darüber reden“). Nun steht die Aufarbeitung der jüngsten sportlichen Tiefschläge sowie die Vorbereitung auf das UEFA-Cup-Auswärtsmatch am Donnerstag gegen Legia Warschau auf dem Programm.

Die letzte Entscheidung, ob Schinkels in Polen auf der Betreuerbank sitzen wird, trifft aber nicht Stöger, sondern der scheidende Mäzen Frank Stronach. „Wir hatten bisher noch keinen Kontakt zu ihm. Wenn er etwas ändern will, wird er sich melden, ansonsten arbeiten wir normal weiter“, sagte der Sportdirektor.

Der Austro-Kanadier hatte bereits am Freitag für lange Gesichter bei den Spielern gesorgt, als er ihnen mitteilte, die von den Kickern geforderten Prämien aus der vergangenen Saison nicht auszubezahlen. „Er hat gesagt, dass er das so nicht versprochen hat. Auch eine negative Entscheidung ist eine Entscheidung“, kommentierte Stöger die Vorgehensweise von Stronach.

Angesichts der tristen Tabellen-Situation haben sich die Spieler ohnehin auf sportliche Belange zu konzentrieren. „Jetzt muss jedem klar werden, dass wir im Abstiegskampf sind, so lange wir da unten sind. Schön spielen und in Schönheit sterben gibt’s nicht mehr“, betonte Stöger, ist aber auch überzeugt: „Von den Burschen unterschätzt keiner die Situation.“

Den historischen Tiefstand (noch nie lag die in dieser Saison noch sieglose Austria nach acht Runden am Tabellenende) erklärte der Sportdirektor zum Teil auch mit mangelndem Spielglück. „Wir verlieren ja keine Partie klar. Aber es fehlt jedes Mal ein bisschen, und daran müssen wir arbeiten.“ Hauptverantwortlich für den schlechtesten Start eines Titelverteidigers in der Geschichte sei aber der personelle Aderlass im Sommer. „Wir haben einfach nicht mehr die Qualität wie in der letzten Saison. Also müssen wir uns auf andere Tugenden besinnen“, sagte Stöger, der mit der Austria erst am Sonntagnachmittag den Heimflug aus Vorarlberg antrat.

Während bei der Austria Krisenstimmung herrscht, kannte der Jubel im Lager der Altacher keine Grenzen. „Wir arbeiten Woche für Woche beinhart – wenn wir so konzentriert sind wie heute, können wir gegen jede Mannschaft bestehen“, kündigte Trainer Michael Streiter weitere Großtaten des Aufsteigers an.

Groß war die Freude auch beim neuen Tabellen-Zweiten Wacker Tirol, nachdem die Innsbrucker durch ein 2:1 gegen Mattersburg den fünften Sieg im fünften Heimspiel gegen die Burgenländer gefeiert und erstmals nach vier Partien wieder drei Punkte eingefahren hatten. „In der Pause war in der Kabine eine unglaubliche Stille. Wir haben gesagt, dass wir im Zweikampf zulegen, ein Tor machen müssen. Die Jungs haben dann genau so gespielt, wie ich es wollte“, sprach Coach Frantisek Straka die schwache Leistung seiner Elf vor dem Seitenwechsel an.

Die Rieder betrachteten das Heim-1:1 gegen den GAK mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Zwar gaben die Innviertler die Rote Laterne an die Austria ab, allerdings wäre gegen die Grazer auch ein voller Erfolg möglich gewesen. „Ich bin enttäuscht, dass es wieder nicht zum Sieg gereicht hat. Aber auf diesem einen Punkt müssen wir nun aufbauen. Es ist wichtig, dass wir nicht mehr Letzter sind und dass die Fans zu uns stehen“, sagte Trainer Helmut Kraft.

So wie in Ried gab es auch in Graz zwischen dem SK Sturm und Superfund Pasching eine Punkteteilung. „Es war eine typische 0:0-Partie“, charakterisierte der Paschinger Betreuer Milan Djuricic die Nullnummer.

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