Schill-Partei distanziert sich

Die deutsche Schill-Partei hat sich in scharfer Form von ihrem Gründer, dem entlassenen Hamburger Innensenator Ronald Schill, distanziert.

Die live getätigten Aussagen Schills seien „beschämend und unwürdig“, hieß es in einer am späten Mittwochabend veröffentlichten Erklärung des Hamburger Landesvorstandes. In der außerordentlichen Sitzung hätten sich die Mitglieder einstimmig davon distanziert. Viele Mitglieder seien „erschüttert“ über die Ereignisse, hieß es weiter.

Der Hamburger Bürgermeister Ole von Beust (CDU) hat unterdessen neuerlich Schills Vorwürfe als „absurd“ zurückgewiesen, er habe die Karriere von Justizsenator Roger Kusch (CDU) wegen einer gemeinsamen homosexuellen Beziehung gefördert. In der „Bild“-Zeitung (Donnerstagsausgabe) nannte von Beust den Justizsenator einen seiner “ältesten Freunde. Nicht mehr und nicht weniger“. Er fahre mit Kusch „hin und wieder“ zusammen mit anderen Freunden in Urlaub. So hätten sie gemeinsam mit drei anderen etwa an der Adria einen Segelurlaub verbracht. Im Übrigen sei er der Meinung, „dass Homosexualität etwas Normales ist“.

Zu dem von ihm gefeuerten Innensenator wollte sich von Beust in dem Interview nicht mehr äußern. Für ihn sei „Herr Schill kein Gesprächspartner mehr“. „Nachdem ich etwas Abstand gewonnen habe, tut er mir fast Leid.“ Mit Blick auf die Zukunft der Hamburger Regierungskoalition und eine künftige Rolle Schills sagte der Erste Bürgermeister, er denke, „dass die Fraktionsführung und Abgeordneten der Schill-Fraktion eine kluge Entscheidung treffen werden“.

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