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Schiitischer Geistlicher erschossen

Nach Angaben des „Obersten Rates der Islamischen Revolution im Irak" wurde der Imam der Moschee von Ghazalieh, Scheich Ussama al Fawadi von Unbekannten erschossen.

Für das Verbrechen, so hieß es, seien „Agenten das alten Regimes” verantwortlich, dessen Führung rein sunnitisch war.

Am Freitagmorgen wurde auf eine Niederlassung des SCIRI, der stärksten Schiiten-Organisation, in Bagdad ein Sprengstoffanschlag verübt. Eine Frau kam dabei ums Leben, etwa ein Dutzend Personen wurden verletzt. Das Gebäude wurde durch die Wucht der Detonation vollständig zerstört. Die US-Armee äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorfall. SCIRI-Chef Abdulaziz al Hakim ist gegenwärtig Vorsitzender des von den USA eingesetzten provisorischen „Regierungsrates”.

US-Zivilgouverneur Paul Bremer hat Anfang Dezember nach eigenen Angaben einen Anschlag unbeschadet überstanden. „Ja, es stimmt, aber glücklicherweise bin ich noch am Leben und stehe hier vor ihnen”, sagte Bremer am Freitag auf eine entsprechende Frage von Journalisten. Der Anschlag auf den Konvoi Bremers wurde durch einen Bericht des US-Fernsehsenders NBC am Donnerstag bekannt. NBC hatte gemeldet, nahe Bremers Konvoi auf der Rückfahrt vom Flughafen Bagdad sei am 6. Dezember ein Sprengsatz explodiert. Außerdem seien die Fahrzeuge mit Handfeuerwaffen beschossen worden. Sie seien schnell weggefahren und niemand sei verletzt worden. Am selben Tag war US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld in Bagdad eingetroffen. Die Medien wurden damals nicht über den Zwischenfall informiert.

Im Oktober war Rumsfelds Stellvertreter Paul Wolfowitz in Bagdad nur knapp einem Anschlag entgangen. Irakische Freischärler hatten nach US-Militärangaben rund 20 Raketen auf das scharf bewachte Rashid-Hotel abgeschossen, in dem sich Wolfowitz aufhielt.

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