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Schiavos Eltern flehen Gouverneur um Hilfe an

Mit einem verzweifelten Hilferuf haben die Eltern der Wachkomapatientin Terri Schiavo an den US-Gouverneur Jeb Bush appelliert, das Leben ihrer Tochter zu retten. Vater: "Unbändiger Überlebenswille"Terri Schiavo erhielt SterbesakramenteSchicksal ins Rampenlicht gezerrt Amerikaner ringen mit schweren FragenTerri glaubte stets an Happy End "Amerikanisches Passionsspiel"

„Wir flehen Sie an, Gouverneur, tun sie etwas. Heute. Jetzt. Schließen Sie sich nicht der Kultur des Todes an, unterzeichnen sie nicht den Nachruf dieser Frau“, sagte der Franziskanermönch Paul O’Donnell, der die Eltern Bob und Mary Schindler berät. Bush, Gouverneur Floridas und Bruder des amtierenden US-Präsidenten, hat zuvor jedoch ausgeschlossen, sich über das Gerichtsurteil hinwegzusetzen und die Wiederaufnahme der Zwangsernährung anzuordnen. Er habe dazu keine Befugnis. Es breche ihm jedoch das Herz, sagte Bush dem US-Fernsehsender CNN.

Nach einem jahrelangen Rechtsstreit war die künstliche Ernährung der 41-jährigen, die seit einem Herzinfarkt 1990 im Wachkoma liegt, eingestellt worden. Ohne diese werde sie nach rund 14 Tagen sterben, hatten die Ärzte prognostiziert. Am Ostersonntag hatte die Patientin die Kommunion erhalten.

„Bob und Mary Schindler bitten Gouverneur Bush, einzugreifen und Terris Vormundschaft zu übernehmen. Wir bitten den Gouverneur, einzugreifen und diesem barbarischen Vorgang ein Ende zu bereiten, der hier in Florida von statten geht“, erklärte der Priester im Namen der Eltern. Bush hatte in der vergangenen Woche vergeblich versucht, dass das Sozialamt Floridas die Vormundschaft für die Komapatientin übernimmt. Damit seien seine Möglichkeiten ausgeschöpft.

Die Aussagen über den Zustand der Patientin waren widersprüchlich. „Nachdem, was ich von ihren Eltern höre, hält sie sich in bemerkenswerter Weise“, sagte O’Donnell dem Sender NBC. „Sie ist immer noch sehr aufweckt“. David Gibbs, der Anwalt von Schiavos Ehemann Michael, hatte am Vortag erklärt: „Sie haben damit begonnen, ihr Morphium gegen die Schmerzen über einen Tropf zu gegen“. Ihr Gesundheitszustand verschlechtere sich schnell.

Die tiefgläubigen Eltern der 41-jährigen Schiavo haben den juristischen Kampf gegen das drohende Verdursten ihrer Tochter aufgegeben. Nach einem jahrelangen Rechtsstreit, der zuletzt weltweite Aufmerksamkeit und Diskussionen über Lebensrecht und Euthanasie auslöste, entschieden die Richter, Schiavos Magensonde entfernen und die künstliche Ernährung einstellen zu lassen. Sie gaben damit dem Antrag ihres Ehemannes statt. Die Patientin war am Ostermontag seit zehn Tagen ohne künstliche Ernährung.

Gegner des Urteils nutzten die Symbolik der Osterfeiertage für ihren Protest. Vor dem Krankenhaus waren Zeichnungen zu sehen, auf denen Terri Schiavo wie Jesus Christus ans Kreuz geschlagen war. Zeitweise versammelten sich mehrere Hundert Menschen. Einige beteten und sangen Hymnen. Rollstuhlfahrer fuhren vor dem Krankenhaus auf und riefen: „Wir sind noch nicht tot, lasst Terri leben“. Seit Tagen versuchen Menschen, mit Wasserflaschen und Gläsern in das Krankenhaus einzudringen. 38 Demonstranten wurden bisher festgenommen. Vor dem Wohnhaus von Schiavos Ehemann Michael legten Protestierende vertrocknende Rosen ab.

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