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Schauspielerin Hannelore Elsner verstorben

Die Schauspielerin Hannelore Elsner ist im Alter von 76 Jahren verstorben.
Die Schauspielerin Hannelore Elsner ist im Alter von 76 Jahren verstorben. ©APA
Die deutsche Schauspielerin Hannelore Elsner ist am vergangenen Wochenende im Alter von 76 Jahren verstorben.

Hannelore Elsner ist tot. Eine der beliebtesten deutschen Schauspielerinnen verstarb am vergangenen Wochenende im Alter von 76 Jahren in München, wie deutsche Medien berichten. “Der deutsche Film ist nun ärmer”, bestätigte Martin Moszkowicz als Vorstandsvorsitzender der Produktionsfirma Constantin Film den Tod der Schauspielerin.

Geboren am 26. Juli 1942 im bayerischen Burghausen an der Grenze zu Oberösterreich, stieg Elsner bald zum beliebten Star in Fernsehen und Film auf. Mehr als 200 Fernseh- und Kinorollen finden sich im Oeuvre der umtriebigen Aktrice, die unter anderem 2015 mit der Romy geehrt wurde. Während die ARD-Serie “Die Kommissarin” (1994-2006) prägend für das Image der lasziven Diva wurde, zählen zu ihren größten Kinoerfolgen Dani Levys “Alles auf Zucker!” (2004) oder Doris Dörries Überraschungserfolg “Kirschblüten – Hanami” (2008). Dessen Fortsetzung “Kirschblüten & Dämonen” wurde nun zum letzten Film des Publikumslieblings.

Star zwischen Kommissarin und Diva

In den Beruf der Schauspielerin habe sie als Schülerin nie gedacht. Sie sei mit 16 in München bei einem Spaziergang mit ihrer Mutter entdeckt worden, von dem türkischen Regisseur Halit Refig. Nach Proben in Istanbul darf sie auf die Schauspielschule, muss dafür aber kleinere Rollen in Filmen mit Stars wie Hans-Joachim Kulenkampff und Freddy Quinn übernehmen. Sie schwärmte jedoch für den französischen Film: “Solche Rollen wollte ich später immer spielen, schwer und leicht zugleich.”

Ihre Agentin habe ihr mit etwa 17 Jahren geraten, die Nase schmaler machen und die Zähne begradigen zu lassen, sowie sich einen Künstlernamen zuzulegen, erinnert sich Elsner. Sie hört darauf nicht, streicht nur das “t” aus ihrem Geburtsnamen Elstner. Mit etwa 19 Jahren steht sie zum ersten Mal auf einer Theater-Bühne. Fünf Jahre später soll sie in den Kammerspielen in “Tango” (1966) die erste Nackte auf einer deutschen Bühne gewesen sein.

Hannelore Elsner: Mehr als 200 Fernseh- und Kinorollen

In mehr als 200 Fernseh- und Kinorollen war die nur 1,60 Meter große Frau zu sehen. Ihre erste von zahlreichen Auszeichnungen bekam sie mit 29 Jahren: die Goldene Kamera für die Rolle der Sasha in Tschechows Stück “Iwanow”. Ihren Ruhm als preisgekrönte Charakterdarstellerin begründete sie erst um die Jahrtausendwende.

Ihr Kinodebüt gab sie 1961 in dem Film “Das Mädchen mit den schmalen Hüften”. Starregisseur Jürgen Roland vertraute ihr ein Jahr später in der Krimiserie “Stahlnetz” ihre erste Hauptrolle an. Als Durchbruch zu internationaler Anerkennung gilt ihre Hauptrolle in Alf Brustellins Film “Berlinger” (1975). Drei Jahre später dreht sie mit ihm “Der Sturz” nach einem Roman von Martin Walser.

Brustellin war seit 1973 ihr Partner. Von ihrem ersten Ehemann, dem 18 Jahre älteren Schauspieler Gerd Vespermann, war sie längst geschieden. Sie lernt Brustellin bei den Dreharbeiten für den Kinofilm mit Elke Sommer und Mario Adorf “Die Reise nach Wien” (Regie: Edgar Reitz) kennen. Die Dreharbeiten helfen ihr über den plötzlichen Tod der Mutter hinweg, das Verhältnis schildert sie als schwierig. Brustellin stirbt 1981 bei einem Verkehrsunfall.

“Die Kommissarin” spielte Elsner von 1994 bis 2006

Da ist Elsners einziges Kind, ihr Sohn Dominik, gerade ein halbes Jahr alt. Sie hat Monate mit dem Neugeborenen im Krankenhaus verbracht, weil es zu früh auf die Welt kam. Vater ist der Regisseur Dieter Wedel. Später ist Elsner “drei wunderschöne Jahre” mit dem Filmproduzenten Bernd Eichinger zusammen. 1993 heiratet sie den Theaterdramaturgen und Verlagsleiter Uwe Carstensen und zieht mit ihm von München nach Frankfurt, die Ehe geht 2000 auseinander.

Im Fernsehen war Elsner in der ARD-Serie “Die Kommissarin” (1994-2006) besonders erfolgreich. Als Lea Sommer wurde sie eine der bekanntesten deutschen TV-Ermittlerinnen. In Pumps, Kostüm und schwarzer Lederjacke ermittelt sie in fast 70 Folgen, anfangs mit Til Schweiger als Assistent.

Auf die Bühne kehrte sie 1996 mit dem Solostück “Eine tot-normale Frau” zurück. Ohne dieses sei sie nicht bereit gewesen für “Die Unberührbare” (2000), berichtet sie. Ihre Darstellung einer vom Leben gekennzeichneten Schriftsellerin bringt ihr den Deutschen Filmpreis ein. Gleich noch einmal bekommt sie ihn für ihren Leinwandmonolog einer Schauspielerin in “Mein letzter Film” (2002) nach einem Drehbuch von Bodo Kirchhoff. Zu ihren großen Kinoerfolgen gehört auch ihre Rolle in Doris Dörries “Kirschblüten – Hanami” (2008) an der Seite von Elmar Wepper – der heuer die Fortsetzung “Kirschblüten & Dämonen” als nun letzte Leinwandrolle folgte.

Zugleich stellte die 2015 mit einer Romy geehrte Elsner immer wieder auch ihre komödiantische Seite unter Beweis. So ist sie in Dani Levys “Alles auf Zucker!” (2004) als blondierte Familienmutter zu erleben. Als grantelnde Diva war sie im Vorjahr in der ARD-Komödie “Die Diva, Thailand und wir!” zu sehen.

(APA/Red)

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